Egal ob der Pumuckl heimlich Kirschlikör schlürft, die Putzfrau in den Po zwickt oder die Werkstatt von Meister Eder auf den Kopf stellt – am Ende ist immer alles wieder gut. Nach dem großen Krach kommt die große Versöhnung. Das ist das Grundprinzip der wunderbaren Münchner Geschichten, die Ellis Kaut ab 1962 um den frechen Kobold strickte. Von diesem Freitag an holt Amazon Prime „Meister Eder und sein Pumuckl“ auf den Bildschirm zurück. Dann sind alle 52 Episoden beim Streamingdienst abrufbar.
Eine Kostprobe der digital restaurierten Folgen in HD-Qualität gab’s bereits gestern bei der kunterbunten Premierenfeier im Bayerischen Hof. Noch nie hat man den Schreinermeister Eder (gespielt vom unvergessenen Gustl Bayrhammer, 1922–1993) und seinen rothaarigen Klabauter (gesprochen von Hans Clarin) so scharf gesehen. „Ich bin selbst mit Pumuckl groß geworden“, sagt Christoph Schneider, Geschäftsführer von Amazon Prime Deutschland. Später habe er die Serie dann mit seinen Kindern gemeinsam geschaut und „die Geschichten auf unzähligen Autofahrten wieder und wieder gehört“. Heute sei er stolz darauf, dass er die alten Bänder des Bayerischen Rundfunks für eine neue Generation aufpolieren konnte. Die war ebenfalls eingeladen, um den Kobold im neuen Gewand zu feiern.
Der Pumuckl, der 1982 Premiere im BR hatte, weckt nostalgische Gefühle und ist doch zeitlos, weil er all das verkörpert, was Kinder lieben – sich zu verstecken, Schabernack zu treiben und hin und wieder genau das zu tun, was die Erwachsenen nicht wollen.
Ellis Kaut, die 2015 im Alter von 94 Jahren starb, war immer sehr stolz auf ihren kleinen Kinderbuchhelden, der sein Aussehen der Illustratorin Barbara von Johnson verdankt. „Meine Mutter hätte sich über dieses Comeback von Pumuckl riesig gefreut“, sagt Tochter Uschi Bagnall, die ebenfalls zur Feier erschien (siehe Interview).