Vor einer Woche musste sich – bei der „Fastnacht in Franken“ im unterfränkischen Veitshöchheim – bereits die bayerische Politprominenz derblecken lassen, heute Abend wird in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt auf nationale und internationale „Opfer“ gezielt. Dann überträgt das Erste ab 20.15 Uhr die traditionelle Fernsehsitzung „Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht“. Rund vier Stunden dauert die Sendung, die seit 1973 alternierend von ARD und ZDF ausgestrahlt wird.
Charakteristisch ist der Wechsel von politischen Büttenreden und „Kokolores“, Nummern, in denen es zumeist um Menschliches und Allzumenschliches geht. Mit dabei sind in diesem Jahr die beiden Spitzenfrauen der Union, Kanzlerin Angela Merkel und Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer, verkörpert von Florian Sitte und Harald Schlösser. Die Kanzlerin, so erfährt das Publikum, führt das Bundeskanzleramt nur noch in Teilzeit, ein „Abschied auf Rauten“, wie Sitte formuliert. Johannes Bersch als „Moguntia“ schlägt kritische Töne zum Klimawandel an. Früher sei den Kindern immer gesagt worden, sie sollten den Teller leer essen, damit es schönes Wetter gebe. „Und was hawwe mer heut? Dicke Kinner und globale Erwärmung.“
Ein ums andere Mal nehmen die Spötter wie Lars Reichow in den „Fastnachtsthemen“ Donald Trump ins Visier – einer von vielen Naren, „die alle nicht wissen, wann Aschermittwoch ist“. Und Sitzungspräsident Andreas Schmitt, der als „Obermessdiener“ in die Bütt steigt, rät der katholischen Kirche, den Zölibat abzuschaffen: „Erneuert die Kirche, ehrt so seinen Namen, gelobt sei Jesus Christus in Ewigkeit, Amen!“ rog