Dass Annegret Kramp-Karrenbauer ein konservatives Familienbild vertritt, ist bekannt. Der Homo-Ehe etwa steht sie seit jeher skeptisch gegenüber. Bei einer Faschingssitzung im Landkreis Konstanz, beim sogenannten „Stockacher Narrengericht“, hat sie sich nun abwertend über Unisex-Toiletten und intergeschlechtliche Menschen geäußert. In den Sozialen Netzwerken wird die CDU-Vorsitzende dafür stark kritisiert.
„Guckt euch doch mal die Männer von heute an“, witzelte Kramp-Karrenbauer, verheiratet und Mutter dreier erwachsener Kinder, auf der Bühne. „Wer war denn von euch vor Kurzem mal in Berlin? Da seht ihr doch die Latte-Macchiato-Fraktion, die die Toiletten für das dritte Geschlecht einführen!“ Als bräuchte es noch eine Erklärung, fährt die 56-Jährige weiter fort: „Das ist für die Männer, die noch nicht wissen, ob sie noch stehen dürfen beim Pinkeln oder schon sitzen müssen. Dafür – dazwischen – ist diese Toilette.“ Gelächter im Saal, manche Zuschauer johlen.
Im Internet macht sich dagegen Empörung breit. Der grüne Bundestagsabgeordnete Sven Lehmann kommentiert bei Twitter: „Hallo Frau Kramp-Karrenbauer, haben Sie es wirklich nötig, für einen billigen Kalauer sich auf Kosten von inter- und transsexuellen Menschen lustig zu machen?“ Der FDP-Bundestagsabgeordnete Jens Brandenburg meint: „Wieder so ein Tag zum Fremdschämen…“ Und der Kabarettist Florian Schröder merkt in Anspielung an einen Lagerfeld-Spruch an: „Wer 2019 Unisex-Toiletten-Gags macht, hat die Kontrolle über seine Witze verloren.“ ST. THYSSEN