Über die Bewohner unserer Nachbarländer gibt es viele Klischees – wie es dort tatsächlich zugeht, versucht Michael Kessler mit seinem ZDF-Dreiteiler „Ziemlich beste Nachbarn“ herauszufinden. Den Auftakt macht heute um 20.15 Uhr „Wir und die Russen“, gefolgt von „Wir und die Italiener“ (12. März) und „Wir und die Briten“ (19. März).
In Russland darf Schauspieler und Komiker Kessler (51) mit dem Schlitten fahren und danach schön in der Sauna schwitzen, mit Mütze auf dem Kopf. Natürlich sei Russland riesig, allein Sibirien sei größer als ganz Europa, erzählt er. Auf dem zugefrorenen Baikalsee kämpft er mit seiner Landkarte, darf dann aber die sprichwörtliche russische Gastfreundschaft erleben – Wodka wird allerdings kaum getrunken.
In Italien ist später zu erfahren, dass die Landesbewohner gar nicht alle so romantisch sind und ihre Spaghetti stets ohne Löffel essen. Schauspieler Mario Adorf darf derweil von seinen Mafia-Filmen erzählen.
In England schließlich kämpft Kessler mit dem Linksverkehr und setzt sich mit der Verehrung der Briten für Sherlock Holmes, die Royals, Pferderennen und den Nachmittagstee auseinander. Ihren trockenen Humor erreicht er dabei leider nicht – dazu wirkt er einfach zu deutsch. Oder ist das auch ein Klischee?
Den 51-Jährigen selbst überraschten besonders Russland und die Russen, erzählt er im Interview. „Die Russen sind uns nämlich sehr ähnlich. Erst einmal ernst und distanziert, vielleicht ein bisschen schlecht gelaunt. Das kennen wir ja auch aus Deutschland. Doch wenn das Eis gebrochen ist, gibt es einen intensiven, sehr herzlichen Austausch.“ Die Filme seien eine Einladung, die eigenen Klischees und Vorurteile zu überprüfen und vielleicht einen neuen Blick auf die Nachbarn zu werfen, sagt Kessler und empfiehlt, sich mehr um das Kennenlernen der europäischen Nachbarn zu bemühen. „Wir reisen zwar gern, aber bleiben oftmals zu sehr unter uns. Etwas mehr Neugier und Lust auf Land und Leute täten vielen gut. ,All inclusive‘ im Urlaubsresort kann man ein Land nicht kennenlernen.“