„Ich will mein Kind zurück“

von Redaktion

Der neue Schwarzwald-„Tatort“ nimmt Bezug auf eine wahre Begebenheit

VON JÜRGEN RUF

Ein verschwundenes Mädchen und ein toter Jugendlicher – der neue „Tatort“ aus dem Schwarzwald verknüpft einen rätselhaften Kriminal- und Vermisstenfall mit einem ungewöhnlichen Beziehungsdrama. „Für immer und dich“ erzählt von einer 15-Jährigen, die seit eineinhalb Jahren vermisst wird. Sie ist mit einem deutlich älteren Mann unterwegs. Es ist der vierte Fall der Schwarzwälder „Tatort“-Ermittler Eva Löbau und Hans-Jochen Wagner. Er zeigt deutliche Parallelen zu einem realen Fall (siehe Kasten). Gezeigt wird er an diesem Sonntag um 20.15 Uhr im Ersten.

„Ich will mein Kind zurück“, sagt die verzweifelte Mutter Michaela Arnold, gespielt von Kim Riedle. Ihre Tochter Emily ist verschwunden. Die damals 13-Jährige ist vor eineinhalb Jahren untergetaucht und mit einem deutlich älteren Mann ins Ausland gegangen, wie sich herausstellt. Vermutlich freiwillig. „Sie ist auf ihr Rad gestiegen und nie zu Hause angekommen – Alptraum!“, sagt eine Zeugin, bei der die Schülerin ihre Nachmittage verbrachte.

Die Ermittler haben die Hoffnung aufgegeben, das ungleiche Paar zu finden und das Mädchen zurück zur Mutter zu bringen. „Der Fall liegt doch längst bei den Akten“, klagt Kommissar Friedemann Berg (Wagner) – und schickt seine Kollegin Franziska Tobler (Löbau) los. Dass Emily noch lebt, glaubt die Polizei zunächst nicht.

Für die Kommissare verknüpfen sich zwei ungelöste Fälle – nämlich der des vermissten Teenagers Emily und der Unfalltod eines jungen Mannes. Der 18-Jährige liegt im Schwarzwald tot neben seinem Motorroller. „Fahrerflucht“, sagt die Polizistin am Unfallort. Der Rollerfahrer wurde von einem Auto erfasst und getötet. Während Berg im mysteriösen Fall des toten Jugendlichen ermittelt, kümmert sich Tobler um Emily, deren Spur nach 18 Monaten des Verschwindens plötzlich und unerklärlich wieder zurück nach Freiburg führt.

Gedreht wurde die Episode in der Hitze des vergangenen Sommers, unter anderem in einer Hochhaussiedlung in Freiburg. Regie führte, erstmals bei einem „Tatort“, die Filmemacherin Julia von Heinz. Das Drehbuch stammt von Magnus Vattrodt. Einem ähnlichen Thema widmete sich die ARD-Krimireihe bereits 1977 mit der vielbeachteten und zum Klassiker gewordenen Folge „Reifezeugnis“. Damals ging es um die Beziehung einer minderjährigen Schülerin zu ihrem Lehrer. Die Rollen des ungleichen Paares in „Für immer und dich“ spielen Meira Durand und Andreas Lust.

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