Das ZDF bringt von Sonntag an ein Stück Italien in die deutschen Wohnzimmer. Der Dreiteiler „Bella Germania“ nach dem gleichnamigen Bestseller von Daniel Speck erzählt eine deutsch-italienische Familiengeschichte über drei Generationen hinweg, vom deutschen Wirtschaftswunder bis in die Gegenwart. Es geht um die ersten Gastarbeiter, die in den Fünfzigerjahren etwa von Mailand nach München kamen – und um das schon damals aktuelle Thema Integration. Der Mainzer Sender zeigt die Produktion an diesem Sonntag sowie am Montag und am Mittwoch jeweils um 20.15 Uhr.
Nicht weniger als 14 Millionen Menschen kamen zwischen 1955 und 1973 als Gastarbeiter in die Bundesrepublik Deutschland, davon rund vier Millionen aus Italien. „Sie haben Deutschland verwandelt, und Deutschland hat sie verwandelt“, sagt Daniel Speck. Mit seinem Bestseller „Bella Germania“ setzte der Münchner Autor dieser Generation im Jahr 2016 ein literarisches Denkmal – und verfasste nun auch das Drehbuch für den ZDF-Dreiteiler.
„Die Migration der Italiener erzählt eine europäische Erfolgsgeschichte“, so Speck. „Damals als ,Spaghettifresser‘ belächelt, als ,Mafiosi‘ diffamiert und in Lagern eingezäunt, ist ihre Küche und Lebensart heute ein integraler Teil unseres Landes geworden.“ Die Zahlen sprechen für sich. In den Fünfzigern gab es in München gerade einmal vier italienische Restaurants, heute sind es 700. „Doch hinter dem äußeren Erfolg stehen bewegende Familienschicksale“, weiß Speck. „Der Verlust von Heimat, die Zerrissenheit zwischen zwei Kulturen und die Suche nach Zugehörigkeit.“ Davon wollte er erzählen.
Der Film macht die Zuschauer zunächst mit der jungen Designerin Julia (Natalia Belitski) bekannt, die kurz vor der Präsentation ihrer ersten eigenen Kollektion steht – und dann vor Aufregung zusammenbricht. Noch am Laufsteg tritt unvermittelt ein älterer Herr in ihr Leben, Alexander (Joachim Bißmeier), der sich als ihr Großvater vorstellt. Er möchte Kontakt zu seinem Sohn Vincenzo bekommen, Julias Vater. Doch der spielte in ihrem Leben nie eine Rolle – sie glaubte sogar, er sei längst gestorben. Für Julia wird die Begegnung mit ihrem unbekannten Großvater zu einer Zäsur in ihrem Leben. Sie begibt sich auf die Suche nach den Wurzeln ihrer Familie.
Alles beginnt mit einer Dienstreise des jungen Fahrzeugingenieurs Alexander (Christoph Letkowski) in den Fünfzigerjahren nach Mailand. Dort verliebt sich der Münchner unsterblich in die Dolmetscherin Giulietta (Silvia Busuioc). Die ist hin- und hergerissen ist zwischen der Tradition und ihrem Wunsch, sich von der Familie zu emanzipieren. In weiteren Rollen sind unter anderen Andreas Sawatzki als Julias Mutter sowie (im zweiten Teil) Kostja Ullmann und (im dritten Teil) Stefan Kurt als Julias Vater.
Es braucht bei den vielen Zeitsprüngen und Rückblenden allerdings schon Konzentration, um den Überblick über die Figuren zu behalten.