Der ARD-„Tatort“ erzielt Woche für Woche die höchsten Quoten – wenn bei der Konkurrenz nicht gerade der Fußball rollt. Genau das ist aber an diesem Sonntag der Fall, dann tritt die deutsche Nationalmannschaft bei RTL zu ihrem ersten WM-Qualifikationsspiel gegen die Niederlande an. Deswegen schickt das Erste keine Neuproduktion, sondern eine Wiederholung ins Quotenrennen. Um den Fußballfans unter den Anhängern des „Tatort“ die Entscheidung zu ersparen, habe man sich für eine Wiederholung entschieden, sagte ein ARD-Sprecher.
Der Senderverbund zeigt also nochmals die Folge „Der Tod ist unser ganzes Leben“ aus dem Jahr 2017 mit den Münchner Kommissaren Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl). Die allerdings ist eine Art Fortsetzung der Folge „Die Wahrheit“ von 2016 über einen „Zufallsmord“ an einem Familienvater, der nicht aufgeklärt werden konnte (was für Irritationen in der Fangemeinde sorgte).
In „Der Tod ist unser Leben“ steht die Festnahme des Mörders von 2016, Thomas Barthold (Gerhard Liebmann) am Anfang. Er wird erwischt, weil er bei einem zweiten Mordversuch von einer Überwachungskamera gefilmt wurde. Leitmayr und Batic nehmen ihn fest – doch damit fängt das Drama erst an. Denn bei der Überführung des Angeklagten aus der Untersuchungshaft zu seinem Prozess geht alles schief, was schiefgehen kann. Zum Schluss sind noch viel mehr Todesopfer zu beklagen, Batic liegt schwer verletzt im Krankenhaus – und Leitmayr versucht, herauszufinden, was genau passiert ist.
Das alles führt zu einer handfesten Krise zwischen den beiden Ermittlern, die zu den dienstältesten im „Tatort“-Universum gehören. „Was kommt denn jetzt noch?“, heißt es in einer zentralen Szene des Films, in der Leitmayr versucht, die Wahrheit aus seinem Kollegen herauszubekommen. „Keine Frau, kein Leben, nur Leichen. Der Tod ist unser ganzes Leben.“ Das Schicksal der „Tatort“-Kommissare wird zum Filmtitel.
Mit im Schnitt 7,27 Millionen Zuschauer und einen Marktanteil von 24,1 Prozent erreichte „Der Tod ist unser ganzes Leben“ eher schwächere Werte für einen „Tatort“. Beim ersten Film „Die Wahrheit“ waren es 9,52 Millionen (26 Prozent). „Ein Krimi, der mit großer Leichtigkeit Gewissheiten zerstört“, fand der Kritiker unserer Zeitung nach der Erstausstrahlung: „So war’s! Oder vielleicht doch nicht?“ Nicht zuletzt sei der Krimi „ein Fest für die Schauspieler“.