Wie ging das eigentlich los mit „Marie Brand“? Also, das weiß Darstellerin Mariele Millowitsch (63) noch ganz genau. „Die Ursprungsidee war, eine Kölner Kommissarin ins Leben zu rufen mit mir in der Hauptrolle. Und dann wurde relativ schnell gecastet, und dann kamst du dazu.“ Mit „du“ ist Hinnerk Schönemann (44) gemeint, ihr Kompagnon in der Rolle von Kommissar Jürgen Simmel. Der legt nun allerdings die Stirn in Falten. „Mir wurde was anderes erzählt.“ – „Dass du zuerst gecastet wurdest? Nein, da muss ich dich leider enttäuschen: Frau Brand war zuerst.“ – „Ich lass das so, ich sag da nichts zu.“
Die Schauspielerkollegen führen mitunter kleine Wortgefechte wie die Ermittler aus der ZDF-Serie. Am Ostersamstag lösen sie um 20.15 Uhr in „Marie Brand und das Spiel mit dem Glück“ ihren 25. Fall.
„Am Anfang haben wir ja noch sehr gekämpft“, erinnert sich Millowitsch. „Beide. Bis zur dritten, vierten Folge haben wir noch rumgeschnüffelt an den Figuren. Jetzt ist es richtig: Ich bin das Brain und er ist… warum lachst du?“ Der von Schönemann verkörperte Simmel ist eher nicht so das Hirn, doch dafür eine gute Seele. „Er ist kein gerissener Mensch“, sagt Millowitsch. Protest von der Seite: „Entschuldige mal bitte… Natürlich bin ich das!“ – „Nein, gerissen ist jemand, der immer kalkuliert. Das tust du nicht.“
2008 lief der erste Film. Brand und Simmel siezen sich noch immer, was natürlich unrealistisch ist. Aber wenn man es ändern würde, würde sich die Chemie zwischen den beiden verändern, und das wäre schlecht, meint Millowitsch. „Du hast dich schon sehr verändert – zum Positiven“, lobt sie Schönemann. „Damals warst du so’n Bubi, und jetzt bist du ein Kerl. Ich hab’ halt 20 Falten mehr. So ist das Leben.“
Die zwei teilen sich das Kölner Revier mit dem Ermittlerteam Max Ballauf und Freddy Schenk vom „Tatort“. „Der Unterschied zum ,Tatort‘ ist, dass wir nicht so polarisieren“, meint Schönemann. „Wir machen es etwas leichter. Man kann uns schlecht mit ,Tatort‘ vergleichen.“ Widerspruch von Millowitsch: „Die Münsteraner haben irrsinnige Einschaltquoten, weil die Leute die gerne sehen wegen des Humors zwischen Prahl und Liefers. Man muss den Zuschauer auch ab und zu mal von der Leine lassen.“