Er ist mehr als eine Zwischenlösung, bis Florian Silbereisen als „Traumschiff“-Kapitän antritt. Schauspieler Daniel Morgenroth als 1. Offizier Martin Grimm und der Entertainer als Kapitän sollen den Dampfer künftig als Doppelspitze steuern. Am Ostersonntag aber führt Morgenroth die MS Deutschland noch allein nach Sambia. Los geht die Fahrt um 20.15 Uhr im ZDF. Der 55-Jährige freut sich auf die Zusammenarbeit. Weil er schon wieder unterwegs ist, um mit Silbereisen die Weihnachtsfolge zu drehen, erreichten wir ihn per E-Mail für ein paar Fragen an den Neuen an Bord.
Sie werden vom ZDF als „Interims“-Chef geführt. Hand aufs Herz – wären Sie gerne Kapitän?
Diese Doppelspitze mit einem Staff-Mitglied und einem Kapitän war von Anfang an so geplant und konzipiert. Zwei Mann auf der Brücke haben viel mehr Erzählmöglichkeiten. Von uns beiden kann keiner über Monate für den Dreh zur Verfügung stehen – aus diesem Grund ist diese Teilung eine sehr gute Idee.
Was würden Sie Florian Silbereisen als „ungelerntem“ Schauspieler mit auf den Weg geben?
Für Florian heißt es „Learning by doing“, also Offenheit, Neugier und keine Scheu, Fehler zu machen. Hier gibt es ein tolles, eingespieltes Team und hilfsbereite Kollegen. Er selbst bringt jede Menge Begeisterung mit. Das sind sehr gute Voraussetzungen.
Martin Grimm muss betonen, dass er die Kompetenz hat, das Schiff zu führen. Er antwortet freundlich, aber bestimmt. Einer, der sich durchzusetzen weiß, ohne laut zu werden – entspricht das auch Ihrem Naturell?
Grimm hat eine gewisse natürliche Autorität – für den Film gilt aber der alte Theatersatz „Den König spielen immer die anderen“. Also wie stark der Respekt vor dem Kapitän ist, müssen die Mitspieler auf der Brücke zeigen.
Martin Grimm sagt, er habe einst „die Welt umsegelt“. Haben auch Sie ein Faible für die Schifffahrt?
Ich fahre seit Jahren Seekayak in pazifischen Gewässern in Südost-Alaska. Das sind dann mehrere Wochen im wirklich ziemlich unbewohnten Inselreich der Inside-Passage.
Was ist das Erfolgsgeheimnis einer Reihe wie „Traumschiff“, die seit bald 40 Jahren ihre Zuschauer begeistert?
Das Drehen unter ständig wechselnden Umständen bedingt durch die verschiedenen Länder ist zwar anstrengend für Team und Darsteller, macht aber auch den Reiz der Reihe aus, die meines Erachtens nichts von ihrem Charme verloren hat. Und mit den Regisseuren Torsten Wacker, Berno Kürten und Oliver Mut haben wir tolle neue Spielleiter an Bord.
Die Fragen stellte Rudolf Ogiermann.