Der Betrugsskandal um Flowtex

von Redaktion

Als Gründer der Firma Flowtex verkaufte Manfred Schmider zusammen mit seinen Partnern, unter ihnen sein Bruder Matthias, ab 1994 Horizontalbohrmaschinen zur Verlegung unterirdischer Leitungen – und leaste sie anschließend zurück. Angeblich verfügte er über 3142 Exemplare, tatsächlich gab es jedoch nur 270. Schmider profitierte von den Krediten für den Kauf der nicht existenten Maschinen. Um den Umstand zu kaschieren, dass es nur ein Zehntel der Systeme wirklich gab, ließ er immer neue, falsche Seriennummern auf den Geräten anbringen. Bis der Schwindel nach fünf Jahren aufflog, war ein Schaden von fast 5 Milliarden Mark (umgerechnet rund 2,5 Milliarden Euro) entstanden. Die Strafverfolgungsbehörden ermittelten gegen insgesamt 110 Beschuldigte. Insgesamt gab es 27 Urteile, neun Angeklagte wurden zu Haftstrafen verurteilt, 16 zu Bewährungs- und zwei zu Geldstrafen. Das Urteil gegen Haupttäter Schmider lautete schließlich auf elf Jahre und sechs Monate. Ins Zwielicht gerieten durch den Fall auch Wirtschaftsprüfer sowie baden-württembergische Landespolitiker, namentlich Jürgen Morlok und Walter Döring (FDP). mm

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