Zickenzoff in der Notaufnahme

von Redaktion

RTL startet Krankenhausserie „Nachtschwestern“ mit Mimi Fiedler und Ines Quermann

VON CHRISTOPH KOOPMANN

Dieses Szenario gehört definitiv zu den Todsünden in Mädelsfreundschaften – der besten Freundin den Freund oder, noch schlimmer, den Verlobten ausspannen. Hat Ella (Ines Quermann) gemacht. Jetzt, 16 Jahre später, trifft sie in ihrem neuen Job als Krankenschwester in der Notaufnahme ausgerechnet Nora (Mimi Fiedler) wieder, die dort die Nachtschichten leitet. Und die erste Attacke lässt nicht lang auf sich warten. „In meiner Notaufnahme ist kein Platz für uns beide“, zischt Nora die neue Kollegin und alte beste Freundin an.

Der Auftakt für die neue RTL-Serie „Nachtschwestern“ an diesem Dienstag um 21.15 Uhr klingt vielversprechend nach Zoff und Zunder, wenn auch vielleicht nicht besonders originell. Ungewöhnlicher dagegen ist, dass die Serie überwiegend von und mit Frauen gemacht ist. „Bei uns herrscht wahre Schwesternschaft“, sagt Hauptdarstellerin Mimi Fiedler, die zuvor zehn Jahre als Kriminaltechnikerin im Stuttgarter „Tatort“ im Einsatz war und später über ungerechte Bezahlung im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen klagte.

Ihre Nora spielt sie mit brutaler Härte. Sie ist die Zicke, die ihre Kontrahentin, diese untreue Freundin, loswerden will. Ines Quermann, die in ihrer ersten Fernsehhauptrolle die mitfühlende Krankenschwester Ella mimt, sei dabei „eine echte Entdeckung“, betont Fiedler. Sila Sahin-Radlinger, Ex-Star der RTL-Soap „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“, sitzt bei den Nachtschwestern am Empfang der Station.

Die 33-Jährige freut sich über „echte Frauenpower“, wie sie sagt. Dass sie überhaupt mitspielt, sieht sie als wichtiges Zeichen für alle Frauen – sie war beim Dreh schwanger: „Vor einigen Jahren hätte kein Produzent eine Rolle mit einer Schwangeren besetzt.“

„Nachtschwestern“ – ein feministisches Fernsehprojekt? Nicht ganz. Von weiblicher Solidarität, gar emanzipatorischen Motiven, ist in der Produktion, deren Schauplatz das Klinikum Köln-West ist, dann leider doch nichts zu spüren. Eher werden jede Menge Klischees bemüht. Dennoch könnte das Konzept der neuen Krankenhausserie aufgehen. Wirklich unterhaltsam ist sie wegen ihrer skurrilen Fälle und der aufwendigen Produktion. Der Rest erinnert dann doch ein wenig an eine klassische Seifenoper.

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