Sie ist nicht nur eine bekannte Schauspielerin, sondern auch die Lebensgefährtin von Bundesaußenminister Heiko Maas – Natalia Wörner (51). In der ARD-Reihe „Die Diplomatin“ spielt die Frau an der Seite von Deutschlands Chefdiplomat sinnigerweise eine deutsche Botschafterin. In der Folge „Böses Spiel“, zu sehen am Samstag um 20.15 Uhr im Ersten, kümmert sich die aktuell in der tschechischen Hauptstadt Prag stationierte Karla Lorenz um den Fall einer schwer misshandelten deutschen Touristin, Hauptverdächtiger ist ausgerechnet der Sohn des französischen Botschafters.
Sind Sie selber ein diplomatischer Mensch oder tragen Sie Ihr Herz auf der Zunge?
Ich kenne beide Verhaltensweisen von mir. Manchmal bin ich absolut geduldig, aber manchmal bin ich auch kompromisslos und gebe meinem Bauchgefühl den Vorrang – oder sagen wir mal der Intuition.
Gab es für Ihre Rolle ein konkretes Vorbild?
Das nicht, aber es gab viele Begegnungen mit Frauen, die mich sehr beeindruckt haben. Ich bewundere diese Familien, die sich entschieden haben, so zu leben – egal, ob nun die Frau im diplomatischen Dienst ist oder der Mann. Es ist beeindruckend, wie Menschen dieses unstete Leben meistern.
Wenn Sie Botschafterin wären, welches Bild von Deutschland würden Sie gerne im Ausland vermitteln?
Ich glaube, dass zum Beispiel die europäische Staatengemeinschaft ein sehr viel positiveres Bild von Deutschland hat als wir selber. Natürlich ist das Aufflammen von rechtspopulistischen Tendenzen beängstigend, aber unser Land ist eine stabile Demokratie. Und die Tatsache, dass wir seit sehr vielen Jahren eine Bundeskanzlerin haben, eine Frau, die uns in der Welt repräsentiert, bringt Deutschland viel Respekt und Wohlwollen ein. Ich finde, Deutschland ist ein wunderbares Land.
„Böses Spiel“ dreht sich um Gewalt gegen Frauen. Ein Thema, das Ihnen am Herzen liegt?
Gewalt gegen Frauen ist ein Thema, mit dem ich bei meinen Reisen für die Kindernothilfe immer wieder zu tun hatte. Man muss differenzieren. Es gibt Gewalt gegen Frauen in Krisenregionen, wo sie gezielt als Kriegstaktik eingesetzt wird. Und es gibt die häusliche Gewalt, um die es in unserem Film geht. Wir zeigen, dass dies vollkommen unabhängig von der gesellschaftlichen Schicht geschieht, und ich bin froh, dass dieses Thema jetzt allmählich kein Tabu mehr ist.
Achten Sie sehr darauf, dass in den Filmen Abläufe rund um Botschaftsangelegenheiten realitätsnah dargestellt werden?
Wir achten in den entscheidenden Situationen sehr darauf, dass sie sich nicht zu weit von der Realität entfernen. Aber wir drehen ja keine Dokumentationen, sondern Fiktion, und natürlich gibt es da immer Überhöhungen und Zuspitzungen. Im vergangenen Film gab es zum Beispiel eine Verhörszene in der deutschen Botschaft, das gäbe es in der Wirklichkeit nicht, und daran gab es dann auch prompt Kritik. Ich kenne das von meiner ZDF-Krimireihe „Unter anderen Umständen“, da kommen dann Polizisten nach der Ausstrahlung und beschweren sich, wie man die Waffe hält. Sie haben zwar Recht, aber ein Film ist eben keine Abbildung der Realität.
Das Gespräch führte Cornelia Wystrichowski.