Mord mit Aussicht

von Redaktion

ARD zeigt die neue Krimireihe „Watzmann ermittelt“ mit Andreas Giebel und Peter Marton

VON STEFANIE THYSSEN

„Natürlich haben wir uns auch erst gefragt: Wie – schon wieder ein Krimi?“ lachen Andreas Giebel und Peter Marton. Wohl wissend, dass vermutlich auch einige Zuschauer der Meinung sind, dass es schon genug Mord und Totschlag im Fernsehen gebe. Was sie dann aber umgestimmt hat, doch die Hauptrollen in der neuen ARD-Reihe „Watzmann ermittelt“ zu spielen, ist die Konstellation der Figuren – und die Art und Weise, wie hier die Geschichten erzählt werden. Nämlich tatsächlich mit einer großen Portion Humor, viel Charme und vor allem ohne explizite Brutalität. Los geht es heute um 18.50 Uhr im Ersten.

Die acht Folgen, die zunächst produziert wurden – im Erfolgsfall soll es weitergehen – spielen dazu vor der traumhaften Kulisse des Berchtesgadener Landes. Der Titel „Watzmann ermittelt“ ist sicher nicht zufällig gewählt. „Der Berg spielt schon eine Rolle“, sagt Giebel. „Die Stimmung ist einfach unvergleichlich.“ Allerdings müsse man auch aufpassen, dass die Bilder nicht zu „lieblich“ würden. Dann rutsche man schnell ins Kitschige ab.

Andreas Giebel spielt einen Hauptkommissar, der seit Jahrzehnten eine feste Größe im Berchtesgadener Land ist und dort für Recht und Ordnung sorgt. „Als er eines Tages einen neuen Kollegen an die Seite gestellt bekommt, ist er nicht gerade auf Anhieb begeistert“, erzählt der 60-jährige Schauspieler und Kabarettist, den die Fans vor allem aus Franz Xaver Bogners Polizistenserie „München 7“ kennen. Denn dieser Benedikt Beissl, so der Name des Kommissars, hat bisher sein Ding gut und vor allem gerne alleine gemacht. Der Neue ist zudem in gleich mehrfacher Hinsicht eine Herausforderung. Jerry Paulsen, so sein Name, ist ein ganzes Stück jünger als Beissl, kommt aus Hamburg in die bayerische Provinz, agiert recht forsch – und ist zu allem Überfluss noch der neue Freund von Beissls Tochter Johanna (Ines Lutz).

Dass er schwarz ist (laut Drehbuch kam er als Sohn eines amerikanischen GIs und einer Wirtstochter aus Bad Aibling auf die Welt), sorgt zwar für den einen oder anderen Spruch – wird aber eher am Rande behandelt. „Meine Figur hat gar kein Problem damit, dass der Kollege schwarz ist“, sagt Giebel: „Da ist die Skepsis gegenüber dem Typen, der die Tochter haben will, schon größer.“

Peter Marton gefällt es auch sehr gut, dass das Thema Rassismus „nicht so in den Mittelpunkt gestellt wird“. Natürlich habe er auch Erfahrungen im Alltag mit Diskriminierung gemacht. Aber er will das bewusst nicht zu hoch hängen – privat wie beruflich. Vielmehr freut sich der gebürtige Wiener, der Fans der ARD-„Vorstadtweiber“ noch gut als Callboy in Erinnerung sein dürfte, über die Chance, eine Hauptrolle in einer ARD-Vorabendserie zu spielen. Und mit dem Giebel zusammen zu arbeiten, sei ohnehin ein großer Spaß. „Mit Andreas ist alles ein schöner Tanz“, sagt der 35-Jährige und lacht. „Ich bin dankbar dafür, dass er so viel Leichtigkeit in die Serie bringt, das tut hinter der Kamera gut – und spiegelt sich auch in den Filmen wider.“

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