„Mein Name ist Peter Zwegat. Wie kann ich ihnen helfen?“– 140 Mal stellte der Berliner Schuldnerberater diese Frage verzweifelten Menschen und holte viele von ihnen „Raus aus den Schulden“. In zehn Jahren der RTL-Show, die mittlerweile eingestellt ist, aber heute mit einer Jubiläumsfolge wiederbelebt wird, hat Zwegat dramatische Schicksale erlebt. So wie das von Claudia Hofmann aus Hettenshausen (Landkreis Pfaffenhofen), die 2009 von einem Tag auf den anderen alles verlor. Für die Spezialausgabe der Beratungsshow, zu sehen an diesem Mittwoch um 20.15 Uhr, besuchte Zwegat die alleinerziehende Mutter ein zweites Mal. Sie hatten so viele Pläne, so viele Träume. Das Haus war gerade gebaut, ein eigener Fitnessclub gegründet. Die Töchter Luana (6) und Alessa (8) komplettierten das Glück von Claudia und Marco Hofmann. Doch der sportliche Familienvater erkrankte an Krebs, starb kurz darauf. „Unser Lebensplan war lange, gut miteinander zu leben“, erinnert sich Claudia im Film: „Aber das Leben lässt sich nicht planen.“
Auf einmal stand die Mutter mit 300 000 Euro Schulden da. Die Lebensversicherung hatte das Paar kurz vor dem Schicksalsschlag gekündigt. „Ein Riesenfehler“, weiß Claudia heute. Als die Not am größten ist, springt Vater Detlef als Bürge ein und läuft damit selbst Gefahr, alles zu verlieren. Eine Zwickmühle, aus der Peter Zwegat die verzweifelte Familie befreien befreien möchte. Er spricht mit der Bank, beantragt neue Kredite und regelt die Forderungen der Gläubiger. Am Ende der Beratung steht Claudia zumindest finanziell wieder auf halbwegs sicheren Beinen und freut sich, dass der Schuldenberg langsam schmilzt.
Und wie sieht es heute aus? Zehn Jahre danach? „Es ist viel passiert“, lacht Claudia. „Meine kleinen Mädchen sind jetzt groß.“ Die Familie hat das Haus mittlerweile verkauft, Claudia arbeitet als Köchin und hat sich vor zwei Jahren neu verliebt. Mit ihrem Jugendfreund Wolfgang und den beiden Mädchen wird sie demnächst nach Schrobenhausen ziehen. Bis heute spürt sie eine tiefe Dankbarkeit für die Hilfe des 69-jährigen Schuldnerberaters: „Er hat uns wirklich aus der Krise geholfen“, sagt sie. Sie sei dankbar für alles, was sie habe, und nicht verbittert über das, was ihr genommen wurde.
Ein schönes Fazit, wie Peter Zwegat findet. Nicht immer hat er in den zehn Jahren seiner Beratertätigkeit so viel Vernunft und Dankbarkeit erlebt, wie der Rückblick auf die lustigsten, skurrilsten und verrücktesten Situationen aus zehn Jahren in der Spezialausgabe zeigt. Dass Zwegat gerne Klartext redete, gefiel den Zuschauern. Bei RTL denkt man gerade über ein neues Format mit dem Berliner nach.