Als „Tatort“-Kommissare in Dortmund, Berlin und Stuttgart geben Anna Schudt, Mark Waschke und Felix Klare erfahrene Ermittler, die so professionell wie möglich agieren. In „Zwischen zwei Herzen“ ist das ganz anders. Da zeigen die drei Schauspieler glaubhaft Gefühle. Zu sehen ist das Ganze an diesem Samstag um 21 Uhr im Ersten – nach der Berichterstattung von der Frauenfußballweltmeisterschaft.
Die stärkste Rolle hat Schudt, die einst am Bayerischen Staatsschauspiel Publikumsliebling war und die schon in vielen Film- und Fernsehrollen überzeugt hat, zuletzt etwa in „Ein Schnupfen hätte auch gereicht“ über das Schicksal der Komikerin Gaby Köster oder in „Aufbruch in die Freiheit“ über eine Abtreibungsaktivistin.
In „Zwischen zwei Herzen“ (Regie: Markus Herling) spielt die 45-Jährige die Ärztin Katrin Schwitters, bei der während eines Kongresses ein Vortrag ausfällt. Und obwohl sie eigentlich keine Freundin spontaner Entschlüsse ist, fährt sie kurzerhand auf eine Nordseeinsel. Schon auf der Fähre wird das Wetter ungemütlich. Und als sie von Bord geht, gießt es in Strömen. Bleibt nur die Flucht ins Hotel Leuchtturm. Der Fährverkehr ist eingestellt, erfährt sie an der Rezeption – „bis irgendwann“.
So muss sie wohl oder übel auf der Insel bleiben – und abends einsam im Restaurant, wo sie den einzigen anderen Gast Peter (Mark Waschke) erst spät bemerkt. Doch dann stimmt vom ersten Moment an die Chemie, und schon bald tanzen die beiden engumschlungen zum Elvis-Presley-Klassiker „Can’t help falling in love“. Als Katrin am nächsten Tag aufwacht, ist der Sturm vorbei – und Peter wieder auf dem Festland.
Für einen kurzen Moment sieht es so aus, als sei es das gewesen. Aber tatsächlich – denn das ist ja ein Film – dauert es nicht lange, da will Katrins alte Freundin Sanne (Kathrin Angerer) heiraten. Beim Treffen zur Vorbereitung der Hochzeitsfeier taucht auch Sannes Freundin Elena (Stephanie Japp) mit ihrem Mann auf – es ist Peter. Und nicht nur Katrin fragt sich, ob ihre Ehe mit Mark (Felix Klare) noch zu retten ist.
Beziehungsdrama ist vielleicht ein großes Wort für „Zwischen zwei Herzen“, aber neben manchen schnellen Gags und auf die Pointe zielenden Dialogen geht es eben doch um die großen Themen des Lebens. Und die behandeln die drei „Tatort“-Kommissare auf Abwegen durchaus eindrucksvoll.