Die Schauspielerin Lisa Martinek ist am Freitag völlig unerwartet während eines Aufenthalts in Italien gestorben, wie der Anwalt der Familie, Christian Schertz, gestern mitteilte. Weitere Angaben machte er mit Hinweis auf entsprechende Bitten der Angehörigen nicht. Laut der italienischen Zeitung „La Nazione“ soll Martinek auf der Insel Elba ums Leben gekommen sein. Die dreifache Mutter wurde 47 Jahre alt. Sie lebte mit ihrem Mann Giulio Ricciarelli und den Kindern in Berlin und München.
Zuletzt wirkte die Schauspielerin außer in zahlreichen anderen TV-Produktionen auch in der „Tatort“-Folge mit dem Titel „Künstliche Intelligenz“ aus München mit. In der im vergangenen September gestarteten ARD-Anwaltsserie „Die Heiland“ spielte die 47-Jährige die Titelrolle der blinden Strafverteidigerin Romy Heiland – mit Erfolg. Für die Reihe sollten von Juli an sechs weitere Folgen gedreht werden. Doch dazu wird es nun nicht mehr kommen.
„Es ist ein Schock.“ Als die Nachricht von dem Tod der Kollegin gestern Nachmittag auf einem Empfang beim Münchner Filmfest die Runde macht, zeigt sich auch Schauspieler Heio von Stetten entsetzt. „Ich habe sie sehr gut gekannt, auf der Berlinale hatten wir uns zuletzt gesehen. Es ist eine wirkliche Katastrophe“, sagt der sichtlich getroffene Schauspieler im Gespräch mit unserer Zeitung.
In den vergangenen Monaten war Martinek viel gefragt – nicht nur bei den neuen Folgen für „Die Heiland“. In der ZDF-Krimireihe „Schwartz & Schwartz“, die erst im vergangenen Oktober Premiere hatte, war die Wahlmünchnerin als Mitarbeiterin der Mordkommission an der Seite von Devid Striesow und Golo Euler zu sehen. Schon zuvor wirkte sie beim ZDF als Ermittlerin: Von 2006 an verkörperte sie in den Samstagskrimis „Das Duo“ die Kommissarin Clara Hertz an der Seite ihrer Serienpartnerin Charlotte Schwab. Die Reihe, die insgesamt sechs Jahre lief, kam bei Publikum und Kritikern gut an.
„Ich kannte sie nicht persönlich, doch habe schon mit ihrem Mann gedreht“, erzählt Michaela May gestern beim Filmfest. Und erinnert sich: „Sie war eine wunderschöne Frau, eine großartige Schauspielerin und tolle Mutter, die nie ihre Kinder in die Öffentlichkeit getragen hat.“ Privat engagierte sich Martinek, die seit 2009 mit dem italienischen Schauspieler, Regisseur und Produzent Ricciarelli verheiratet war, als Botschafterin der Organisation „Mother Hood“. Der Verein hat es sich zum Ziel gesetzt, dass Schwangere aufgeklärt werden und so selbst entscheiden können, wo und wie sie ihr Kind zur Welt bringen wollen.
Nach ihrer Ausbildung an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg konnte Martinek bereits 1997 in einem Kinofilm einen Erfolg verbuchen: Sie wurde für die Rolle als Lena in „Härtetest“ als beste weibliche Hauptrolle beim Deutschen Filmpreis nominiert. Dies gelang ihr auch beim Deutschen Fernsehpreis 2003 für ihr Spiel in „Jagd auf den Flammenmann“. Trotz des TV-Erfolgs zog es Martinek immer wieder auf die Bühne.