Man kennt ihn als provokanten Außenreporter aus der ZDF-„heute-show“: Lutz van der Horst hat kein Problem damit, sich und andere in peinliche Situationen zu bringen. Ab heute bekommt der Satiriker mit dem Strubbelkopf, der so gerne Parteitage aufmischt, eine eigene Comedyshow mit Versteckter Kamera – doch die ist völlig unpolitisch: In „Endlich kapiert?!“ (22.15 Uhr, Vox) werden Leute, denen ihre Mitmenschen nachhaltig „Weiter so!“ oder „So nicht!“ sagen wollen, in absurde Situationen gebracht, damit der Adressat seine Lektion auch wirklich lernt. Lutz van der Horst spielt den Boten, der die Botschaft seiner Auftraggeber übermittelt – verpackt in mehr oder weniger originelle Inszenierungen.
In der Auftaktfolge zum Beispiel will WG-Bewohner Ruben seinem Kumpel Frido klarmachen, endlich seinen Müll richtig zu sortieren, statt immer wieder Plastik zum Papier zu werfen. Comedian Horst verkleidet sich als Müllmann und inszeniert eine Explosion auf dem Müllwagen, ausgelöst durch eine angebliche chemische Reaktion von Papier und Folie. So geht es in jeder Folge Schlag auf Schlag. Mal will ein Betroffener, dass Nachbars Katze nicht mehr in seinen Garten kackt, eine Frau soll endlich ihren Führerschein machen, und ein Mann soll das geliehene Auto nicht immer mit leerem Tank zurückgeben. Für jede Botschaft bringt der 43-jährige Comedian seine Opfer in absurde Situationen – es kann aber auch mal um ein spektakuläres Dankeschön für eine besonders selbstlose Tat gehen.
Der Privatsender Vox, der die Show eigentlich schon für die letzte Saison angekündigt hatte, will nun offenbar stärker beim Genre Comedy mitmischen: Auch eine neue Show mit Michael Mittermeier ist geplant. „Endlich kapiert?!“ ist in den besten Momenten ganz witzig und sorgt auch mal für Schadenfreude, aber der satirische Biss der „heute-show“ fehlt der neuen Sendung vollständig. Bei Oliver Welkes Politcomedy ist Van der Horst nicht nur Ensemblemitglied, sondern auch Autor. Seine Auftritte als Welkes Außenreporter hätten ihn im Laufe der Zeit so populär gemacht, dass es fast schon wieder ein Nachteil sei, sagt der Kölner Comedian: „Bei Parteitagen kennt mich mittlerweile so gut wie jeder, weil alle Politiker die „heute-show“ gucken. Inzwischen ist es sogar so, dass viele Selfies mit mir machen wollen – das ist schon irritierend.“