Der „Sonntags-Stammtisch“ im BR Fernsehen findet künftig ohne Moni Well statt. Wie wir exklusiv berichteten, hat sich der Sender von der Musikkabarettistin getrennt, nachdem die Kritik der Zuschauer an ihrer Darbietung zu groß geworden war. Im Gespräch mit unserer Zeitung wollte sich die 58-Jährige nicht zu ihrem Aus äußern. Dafür erklärt sie sich nun schriftlich gegenüber der dpa.
„Für mich war die größte Überraschung, welche Emotionen und Wogen der Umstand ausgelöst hat, dass ich zweimal im Monat am Sonntagvormittag als ,Stammgästin‘ am BR-,Stammtisch‘ sitze“, so Well. „Dass man es damit schon zu einem regelrechten Shitstorm schafft, hätte ich mir wirklich nicht gedacht.“
Jetzt, nach einem halben Jahr, stimme sie eher nachdenklich, nicht dass, sondern wie dieses Experiment gescheitert sei, meint Well und spielt die Kritik an die Kritiker zurück: Die negativen Kommentare im Netz und in den Leserbriefspalten, unter anderem auch in unserer Zeitung, hätten überwiegend „sehr persönliche Diffamierungen“ enthalten, die inhaltlich und im Ton eher zur aktuellen Diskussion über „sprachliche Verrohung im Netz passen“, so die Musikerin. „Leider ist das simple Fazit all dieser Meinungsäußerungen: ,Das Weib in Bayern hat in der Kirche und am Stammtisch zu schweigen.‘“
Zur Erinnerung: Der BR hatte Anfang des Jahres die Stammgäste seiner Talkrunde neu besetzt, unter anderem mit Moni Well. Gastgeber ist seitdem der frühere Chefredakteur der „Süddeutschen Zeitung“, Hans Werner Kilz. Außerdem ist (im Wechsel) Christian Neureuther dabei. Wer auf Well folgt, ist noch nicht entschieden.