Im Dienst der Kunstwerke

von Redaktion

New Yorker Restaurator Christian Scheidemann

VON KLAUS BRAEUER

Bonbons, Brot, Motoröl, Schmutz, Staub, Kaugummis, Eierschalen, Exkremente: Viele moderne Künstler verwenden ungewöhnliche und unerforschte Materialien für ihre Werke. „Unstabil“ nennt sie der New Yorker Restaurator Christian Scheidemann. Wie er diese Werke rettet, zeigt die Dokumentation „Der Kunstflüsterer“. Zu sehen ist der Film am heutigen Mittwoch um 21.55 Uhr bei Arte.

Scheidemann beschäftigt sich seit dem Jahr 2002 mit allen möglichen Kunstwerken der namhaftesten Künstler – seien es Arbeiten und Materialien von Andy Warhol (Tinte, Tusche), Joseph Beuys (Fett), Paul McCarthy (Wüstenstaub) oder Robert Gober (Donuts). Wie ein einfühlsamer Arzt behandelt der Restaurator sie bei Schäden durch Besucher. Da wären zum Beispiel ein plötzliches Niesen oder ein achtloses Berühren. Andere Unfälle passieren beim Transport.

Filmautorin Marion Kollbach lässt neben Scheidemann auch Kuratoren, Museumsdirektoren, Gutachter und Künstler zu Wort kommen. Und sie zeigt, wie präzise und wertfrei Scheidemann arbeitet. Er gestaltet und verändert nicht, sondern stellt sich dabei ganz in den Dienst der Kunstwerke. Er hilft, Kunstwerke, die aufgrund ihrer Materialien immer weniger für die Ewigkeit bestimmt sind, zumindest für ihre kommenden Lebensphasen und die nächsten Generationen zu erhalten.

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