„Wo sind all die Vögel hin?“

von Redaktion

Das ZDF zeigt an diesem Donnerstag neue Tierschutz-Doku mit Schauspieler Hannes Jaenicke

VON ANTJE WESSELS

Er hat sich schon für Orang-Utans, Elefanten, Delfinen, Geparden, Löwen, Haien, und Lachsen eingesetzt. Schauspieler Hannes Jaenicke ist einer der prominentesten deutschen Tierschützer. Heute Abend zeigt er sich um 22.35 Uhr im ZDF „Im Einsatz für Vögel“.

„Als ich ein Kind war, waren Wiesen und Gärten noch voller Vögel. Überall wurde gesungen“, erinnert sich der 59-Jährige. Heute ist das nicht mehr so. Stattdessen verenden viele Vogelarten qualvoll. Manche verhungern, weil die Agrarindustrie Grünflächen bewirtschaftet, wo früher Wildvögel gebrütet haben. Verirrt sich doch ein Vogelpärchen aufs Feld, ist die Gefahr groß, dass die Landmaschinen das Gelege zerstören. In den Städten dagegen fliegen die hochgradig gefährdeten Mauersegler gegen vollverglaste Bürokomplexe oder suchen an den isolierten Hauswänden vergeblich nach Nistplätzen.

Es sieht wahrlich finster aus für die Vögel. Und mit ihnen für die menschliche Bevölkerung. Denn der schwindende Vogelbestand hat auch mit dem Rückgang der Insekten zu tun. Schon lange ist bekannt, dass mit der vollständigen Auslöschung der Biene das Ökosystem zusammenbrechen würde. Schließlich ist das flauschige Insekt hauptverantwortlich für die Bestäubung von Pflanzen.

Es ist ein Teufelskreis: Durch das Bestreben, landwirtschaftliche Güter wie Getreide und Gemüse vor Schädlingen zu beschützen, greifen Bauern zu Chemiekeulen. Doch die Mittel wirken nicht nur gegen Schädlinge, sondern auch gegen harmlose Insekten. Und die wiederum fallen als Nahrungsquelle für Wildvögel weg. Gerade im städtischen Raum haben sich Vögel den sich stetig verändernden Lebensumständen angepasst. Sperlinge und Krähen nehmen Abfälle des Menschen dankend an. Es heißt, der Sperling folge dem Menschen daher schon seit vielen hundert Jahren. Das schenkt Hoffnung.

„Hannes Jaenicke: Im Einsatz für Vögel“ ist eine dieser typischen Jaenicke-Naturdokus, die Missstände aufzeigt und Mut macht. So betont der Schauspieler, dass es noch längst nicht zu spät ist, um die gefiederten Gesellen zu retten. An der Seite von Vogelforscher Peter Berthold geht er den Gründen für den fortschreitenden Rückgang der Vogelpopulationen nach, zeigt aber auch, wie jeder von uns seinen Teil zu ihrem Schutz beitragen kann.

In Bertholds Garten lassen sich die beiden Männer zum Interview nieder. Hier blühen Pflanzen wild, es wuchert, kreucht und fleucht. Berthold animiert zum Bau von Nistkästen und zur Fütterung nicht nur im Winter. Und mahnt an, dass sich kein Vogel in Stadtgärten mit Steinmauern statt grünen Hecken, mit exotischen Blüten statt heimischen Sträuchern und radikal gekürzten Rasenflächen wohlfühlt.

Darüber hinaus besucht Jaenicke eine Mauerseglerklinik, tauscht sich mit diversen Naturschützern aus und beendet seine Reise im Auftrag der Vögel auf Zypern. Hier streift er einige Tage mit Vogelschützern durch die Natur und erlebt, wie Zugvögel riesigen Fangnetzen und Leimruten zum Opfer fallen. Das Befreien der Tiere sei „befriedigend“, die Vogeljagd aus Traditionsgründen „pervers“.

Am Ende der Sendung möchte man am liebsten selbst sofort die Tiere retten. Vielleicht fängt man mit dem Bau eines Vogelhauses an.

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