Eine Bühne für die Lansinger

von Redaktion

Stars von „Dahoam is Dahoam“ spielen das Stück zum 60. Geburtstag des „Komödienstadel“

VON STEFANIE THYSSEN

Es gibt nicht viele Programme im BR, die älter sind als der Sender selbst. Der „Komödienstadel“ gehört dazu. Denn während das BR Fernsehen, damals noch unter dem Namen Studienprogramm, am 22. September 1964 seinen Betrieb aufnahm, liefen die ersten Stücke des „Komödienstadels“ schon seit Mai 1959 über die Bildschirme, seinerzeit produziert vom BR für das ARD-Gemeinschaftsprogramm. Über 140 Premieren hat es seitdem gegeben, und es versteht sich von selbst, dass der 60. Geburtstag des beliebten TV-Volkstheaters, der nun ansteht, gebührend gefeiert gehört. Die Idee dazu: Fürs Jubiläumsstück stehen ausschließlich Schauspieler aus der hauseigenen Erfolgsserie „Dahoam is Dahoam“ auf der Bühne. Neben Bernhard Ulrich sind Sophie Reiml, Tommy Schwimmer, Hermann Giefer, Werner Rom, Ferdinand Schmidt-Modrow, Holger Wilhelm und Ursula Erber dabei. In diesen Tagen wird eifrig geprobt.

Thomas Stammberger ist der Mann, der die Fäden bei diesem Mammutprojekt in den Händen hält. Der Autor und Regisseur hat in den Anfangsjahren gut 130 Folgen von „Dahoam is Dahoam“ inszeniert und prägt seit einiger Zeit auch den Komödienstadel. „Zusammen mit dem Sender haben wir uns schon vor fünf, sechs Jahren darüber Gedanken gemacht, wie man ein so traditionelles, ja fast nostalgisches Format wie den ,Komödienstadel‘ in die Zukunft führen kann“, erzählt der 51-Jährige am Rande der Proben, die in einem Studio in Pasing stattfinden. Auch die „normalen“ Folgen müssten schließlich heute zeitgemäße Inhalte haben. „Wir haben zuletzt politische Stücke gespielt und auch eines über das Thema künstliche Befruchtung. Das klingt zunächst nicht nach Komödie, aber wir haben uns getraut, doch eine daraus zu machen – eben weil wir mit der Zeit gehen und auch mal was ausprobieren wollen“, so Stammberger.

Für die Jubiläumsfolge wünschte sich die Fernsehdirektion des BR nun explizit „etwas Bombastisches“. Himmel oder Hölle. Darunter war nichts zu machen. „Und weil der Himmel im Volkstheater schon einigermaßen auserzählt ist, haben wir uns für die Hölle entschieden“, lacht Stammberger, dem man den diebischen Spaß an solchen Geschichten abnimmt.

Für den BR macht diese „Kooperation“ von „Dahoam is Dahoam“ und dem „Komödienstadel“ natürlich Sinn. Es sei geradezu „eine perfekte Verbindung“, erklärt Corbinian Lippl, der die Redaktion Heimat und Volkstheater beim Sender leitet. „Denn auch „DiD“ sei für viele Zuschauer inzwischen ein Stück Heimat, und die Darsteller der Serie längst so etwas wie die Volksschauspieler unserer Zeit. „Wie gemacht für den Komödienstadel!“

Im Mittelpunkt des Stücks, das den Titel „Ein Bayer in der Unterwelt – ein teuflisches Vergnügen in drei Akten“ trägt, steht ein Mann namens Ludwig „Wiggerl“ Gramschatzer. Gespielt wird er von Bernhard Ulrich, den „Dahoam is Dahoam“-Fans bekannt als Hubert Kirchleitner. Als jener Gramschatzer eines Tages den Herd seiner „ewig meckernden Ehefrau“ (Ulrich) reparieren soll, kriegt er einen Stromschlag – und landet in der Hölle. „Im ersten Moment ist er ganz froh, da unten zu sein, weil er endlich mal a Ruh von seiner Frau hat“, lacht Ulrich. Aber ehe er sich’s versieht, landet auch die ungeliebte Gattin in der höllischen Unterwelt. Fortan gibt es nur noch ein Ziel: Raus hier!

Für Bernhard Ulrich ist es Ehrensache, bei dieser besonderen Produktion dabei zu sein. „Ich drehe wahnsinnig gerne“, sagt er. „Aber das Theater ist meine Leidenschaft Und wenn ich die Chance habe, auf der Bühne zu stehen, dann nutze ich sie.“ Und verzichtet dafür sogar auf seinen Urlaub – bei „Dahoam is Dahoam“ ist nämlich für alle anderen, die nicht beim „Komödienstadel“ dabei sind, Produktionspause.

Die Premiere bzw. Aufzeichnung des Stücks ist am 30. Und 31. August auf dem Münchner Nockherberg. Die Ausstrahlung im BR Fernsehen ist am 20. Oktober geplant. Die Vorbereitungen auf den großen Abend werden dann übrigens auch in die Handlung von „Dahoam is Dahoam“ eingeflochten. Die Lansinger um Bernhard Ulrich alias Hubert Kirchleitner alias Ludwig Gramschatzer fiebern in der Serie auf ihren Theaterabend hin. „Wir sind gespannt“, sagt BR-Mann Lippl, „wie die Zuschauer diese spielerische Verzahnung der beiden Kultformate aufnehmen werden.“

Artikel 2 von 2