Es war die größte anzunehmende Blamage für einen Sportjournalisten. Als Telefonjoker von Topmodel Lena Gercke beim „Wer wird Millionär?“-Prominentenspecial von RTL behauptete Waldemar Hartmann vor knapp fünf Jahren, Deutschland sei nie im eigenen Land Fußballweltmeister geworden. Ein Fauxpas, der für großes Aufsehen sorgte und den inzwischen 71-Jährigen zur Zielscheibe des Spotts machte. Nun durfte „Waldi“ zeigen, dass er es besser kann. Als Telefonjoker wider Willen in der Jubiläumssendung der Kult-Quizshow gestern Abend.
„Womit musste ein heute 36-Jähriger mehr als die Hälfte seiner Lebenszeit klarkommen?“, lautete die Frage an die Kandidatin, die Münchner Medizinstudentin Viktoria Kranz. A: Kanzlerin Angela Merkel, B: Fußballmeister FC Bayern, C: „Deutschland sucht den Superstar“-Jurychef Dieter Bohlen oder D: eine verheiratete Cameron Diaz. Comedian Matze Knop, der als eine Art Publikumsjoker fungierte, hatte gemeinsam mit Ex-Fußballmanager Reiner Calmund („Ich habe die Nummer hier!“) die Idee, doch Hartmann anzurufen. Eigentlich hätte der an diesem Abend neben den anderen prominenten und nicht-prominenten Ex-Kandidaten im Studio sitzen sollen, doch „ich war, als die Einladung nach Köln kam, gerade mit meinem Umzug nach Leipzig beschäftigt“, wie der Ex-Sportmoderator im Gespräch mit unserer Zeitung erläuterte. So saß er mit einem guten Freund beim Bratwurstessen in einem Restaurant, als Matze Knop, der dann an Moderator Günther Jauch übergab, ihn gegen 21 Uhr auf dem Handy erreichte.
„Ich habe nur gefragt: Was wollt ihr eigentlich von mir?“, erinnert sich Hartmann lachend an den telefonischen Überfall. Die richtige Antwort auf die Frage, nämlich FC Bayern München, hatte er dann aber nach kurzem Zögern parat: „Ich habe mich erinnert, wie oft ich bei der Meisterfeier auf dem Balkon in München gestanden habe. Und das war 20 oder sogar 21 Mal der Fall.“
Günther Jauch, Matze Knop und die Kandidatin Viktoria Kranz („Hoffentlich ist es richtig!“) blieben zunächst skeptisch, folgten dann jedoch Waldis Empfehlung. Der betont im Interview, sein Auftritt sei nicht die erste Möglichkeit der Rehabilitation gewesen: „Ich war ja später selbst als Kandidat bei Jauch und habe 125 000 Euro erspielt!“