Filme über Musiker haben Konjunktur. Mit „Rocketman“ über Elton John oder „Bohemian Rhapsody“ über Freddie Mercury kamen innerhalb kurzer Zeit zwei sogenannte Biopics ins Kino, also biografische Filme, die das Leben von Popstars nachzeichnen. Im Fernsehen stellte zuletzt etwa die Satire „Größer als im Fernsehen“ einen fiktiven Sänger in den Vordergrund. Die Komödie „Echte Bauern singen besser“, an diesem Samstag um 20.15 Uhr im Ersten zu sehen, schlägt in die gleiche Kerbe, macht dabei aber auch Anleihen bei „Rocketman“. Denn Alexander Gromberg (Sebastian Bezzel) sieht nicht nur aus wie Elton John, sondern pflegt auch abseits der Bühne einen ähnlich ausschweifenden Lebensstil wie der britische Popstar zu seinen besten Zeiten.
Aus diesem Grund liegt Grombergs Karriere auf Eis. Anstatt Konzerte zu geben oder neue Lieder aufzunehmen, zelebriert er Alkohol- und Sex-Exzesse. Sein Vermögen ist längst aufgebraucht, daher arbeitet seine Agentin Franzi (Susanne Bormann) unermüdlich an einem Comeback. Doch das erweist sich als schwierig, zumal ihr Schützling nicht mehr zivilisiert auftreten kann. Um eine neue Tournee organisieren zu können, braucht Franzi einen nüchternen Sänger. Durch Zufall findet sie den Landwirt Sven Gose, der Gromberg verblüffend ähnlich sieht. Während der Rockstar also nach einem neuerlichen Exzess in einer geschlossenen Anstalt landet, nimmt Gose dessen Identität an. Damit ist alles bereit für eine kurzweilige Verwechslungskomödie.
Sebastian Bezzel, der als Franz Eberhofer in den Verfilmungen der Krimis von Rita Falk das Kinopublikum begeistert, spielt die Doppelrolle Gromberg/Gose. Dabei zeigt der 48-Jährige aus Garmisch-Partenkirchen sein großes darstellerisches Können. Gromberg wird bei ihm zum extrovertierten Unsympathen mit Starallüren. Als Gose gibt Bezzel dagegen den schüchternen, aber höflichen Duckmäuser, der seine Lebensträume nicht zu verwirklichen wagt.
Der Film von Holger Haase nimmt sich viel Zeit für die charakterliche Entwicklung der beiden Figuren. Am Ende nähern sich Gose und Gromberg derart an, dass sie voneinander fast nicht mehr zu unterscheiden sind. Neben dieser emotionalen Reise und den Verwicklungen im Musikgeschäft entfaltet die Komödie zwei anrührende Liebesgeschichten.
„Echte Bauern singen besser“ ist handwerklich solide, stimmungsvoll und stellenweise wirklich witzig.