Wenn man mit Sarita Bradley spricht, verliert selbst das gruselige Wort Großzehverkrümmung seinen Schrecken. Mit welcher Selbstverständlichkeit die 35-jährige Münchnerin über dieses sehr weit verbreitete Leiden spricht, ist wirklich aller Ehren wert – ob sie damit auch „Die Höhle der Löwen“ übersteht, wird sich am morgigen Dienstag zeigen. Dann ist Bradley zu Gast in der Vox-Show, um ein Produkt an die Investoren zu bringen, das jener Großzehverkrümmung, im Fachjargon Hallux valgus, vielleicht nicht den Garaus macht, aber zumindest den Schmerz nehmen soll.
Sarita Bradley ist selbst Betroffene, leidet seit Jahren unter dieser schmerzhaften Fehlstellung des Zehs – wie rund neun Millionen anderer Frauen allein in Deutschland auch. „Ursache für eine Großzehverkrümmung sind vor allem eine Bindegewebsschwäche und das häufige Tragen hoher Schuhe“, weiß Bradley, die als Dolmetscherin für die bayerische Justiz arbeitet und „bei Gericht gerne hochhackige Schuhe“ trägt, wie sie lachend erzählt. „Irgendwann fingen die Füße nach einem langen Tag an zu schmerzen“, erinnert sie sich. Die Diagnose war schnell klar: Sie hat einen Hallux.
„Ich dachte damals, da muss es doch Socken mit integriertem Zehentrenner geben, die mir helfen und vor allem den Schmerz lindern“, erinnert sich die Münchnerin. Aber solche Socken gab es nirgends. Nicht in Deutschland, nicht in Europa. „Ich habe wirklich überall gesucht. Ohne Erfolg. Und dann habe ich gedacht: Vielleicht muss ich es erfinden.“
Mit Orthopäden und Herstellern entwickelte sie im Zeitraum von anderthalb Jahren einen Prototypen, der ihre Bedürfnisse als junge moderne Frau berücksichtigt. Wichtig war ihr vor allem, dass von außen nicht zu erkennen ist, dass sich ein vermeintlich wenig sexy ausschauender Strumpf in ihren schönen Schuhen versteckt. „Der Strumpf, den wir entwickelt haben, erfüllt seinen Zweck, ist aber von außen nicht zu sehen“, verspricht die attraktive Frau, der man selbst durchs Telefon anmerkt, dass sie eine gute Verkäuferin ist. „Wir haben getestet und getestet, und irgendwann hat’s gepasst.“ Auf einer Fachmesse in München habe man ihr den Strumpf förmlich aus den Händen gerissen, erzählt sie. Der Preis für ein Paar liege zwischen 17,99 und 19,99 Euro.
Um aus der zweifellos originellen Idee nun eine Erfolgsgeschichte zu machen, braucht Sarita Bradley freilich Geld. Deswegen traut sie sich in „Die Höhle der Löwen“ bei Vox. Zehn Prozent Anteil an ihrer Firma GoBunion bietet sie den Investoren an und will dafür 150 000 Euro haben. Ob’s am Ende klappt mit dem Deal – morgen Abend um 20.15 Uhr wissen wir mehr. Die Voraussetzungen sind sicher nicht schlecht. Wer es schafft, über Großzehverkrümmung so zu reden wie Sarita Bradley, der wird doch wohl auch TV-Löwen bändigen. Oder?