Dass dieser Film am Anfang das Zuschauerinteresse weckt, liegt – außer an Hauptdarstellerin Nina Kunzendorf – am Schauplatz. Im belgischen Antwerpen, wo es immer Nacht zu sein scheint, spielt „Totenfieber“ (ARD, Sonntag, 21.45 Uhr), ein Krimi, in dessen Zentrum nicht wie im „Tatort“ die Ermittler stehen, sondern in dem es um die Mutter eines Opfers geht.
Kunzendorf ist Ellen Bouché, die nach Antwerpen gekommen ist, weil ihre Tochter Sarah tot ist – laut Obduktion gestorben an einem Drogencocktail aus Heroin und Crystal Meth. Bouché identifiziert die junge Frau – und erhält wenige Stunden später eine von Sarahs Handy verschickte SMS. Als dann auch noch deren Leiche aus der Pathologie verschwindet, will Bouché nicht mehr daran glauben, dass Sarah wirklich tot ist. In der Wohnung ihrer Tochter, in der sie sich gemeinsam mit ihrer Studienfreundin Maggie (Hilde de Baerdemaeker) umsieht, finden sich Hinweise auf okkulte Praktiken.
Volker Führer schrieb das Buch, Titus Selge führte Regie bei diesem um ein wenig Grusel und Skurrilität aufgemotzten Thriller. Die Figur eines verschrobenen Ermittlers (Steve Driesen), bizarre Menschenversuche und Exotik rühren Führer und Selge zu einer Melange zusammen, die nicht überzeugen kann. Man scheint der zart-kühlen Nina Kunzendorf das Unbehagen über die krude Story, der sie ihre wie immer beeindruckende Präsenz leiht, anzumerken.