Großbaustelle BR

von Redaktion

Münchner Sender feiert Richtfest für den Campus Freimann – „Wir liegen mit allem im Plan“

VON RUDOLF OGIERMANN

Hier, irgendwo in der Mitte des Gebäudes, wo in Zukunft einmal die Teams der Radiowellen von Bayern 1 und Bayern 3 daheim sein sollen, herrscht momentan noch die Farbe Grau vor, steht an diesem tristen Dienstag Regenwasser auf nacktem Beton, ragen Baugerüste in die Höhe. Intendant Ulrich Wilhelm, Rundfunkratschef Lorenz Wolf und Landtagspräsidentin Ilse Aigner, die in ihrer Eigenschaft als Verwaltungsratsvorsitzende des Bayerischen Rundfunks (BR) nach München-Freimann gekommen ist, lassen sich vom hauseigenen „Chefstrategen“ Roland Scheble und den beiden Architekten Rüdiger Fritsch und Aslan Tschaidse anhand der Baupläne erklären, welche Abteilung wo dereinst einziehen wird.

Man feiert Richtfest für den Campus Freimann – zünftig mit Richtspruch und Hissen der Richtkrone. Voraussichtlich ab 2024 soll das Haus Heimat sein für die Radiowellen und für die trimedial, das heißt, „vernetzt“ für Fernsehen, Radio und Internet arbeitenden Redaktionen. Baubeginn war vor eineinhalb Jahren, nun steht der Rohbau des Komplexes aus Aktualitätenzentrum und Wellenhaus – „wir liegen mit allem im Plan“, wie Wilhelm in seiner Rede vor rund 200 Gästen betont, unter ihnen neben BR-Mitarbeitern vor allem am Bau beteiligte Handwerker.

Zwei Fußballfelder groß ist die Grundfläche des dreistöckigen Gebäudes (plus Tiefgarage), das einmal rund 1000 Arbeitsplätze beherbergen soll. Außerdem entsteht in einem weiteren Gebäude ein Servicecenter mit – unter anderem – zentralem Empfang, einem Saal für Veranstaltungen und einem Showroom für Besuchergruppen. Nach der Fertigstellung des Komplexes soll „mittelfristig“ der Standort Unterföhring (Landkreis München) aufgegeben werden.

„BR hoch drei“ hat man beim Münchner Sender das Großprojekt getauft, das zum Jahreswechsel 2011/2012 gestartet ist und in dessen Mittelpunkt die Neuorganisation der täglichen Arbeit nicht mehr nach Verbreitungswegen, sondern nach Inhalten steht. Darüber hinaus will sich der Sender nach eigenen Angaben mit dem Neubau „auch technisch und baulich den Herausforderungen des Medienwandels anpassen“.

Bei Planungsbeginn, so der BR-Chef, „haben wir noch davon geträumt, die Spielräume, die wir durch die neue redaktionelle Zusammenarbeit gewinnen, für noch bessere Inhalte, für noch bessere Recherche, für eine noch bessere Dramaturgie der Programme zu nutzen“. Doch dieser Plan habe sich nicht realisieren lassen, „weil wir ohne Teuerungsausgleich ein dauerhaftes Sparprogramm fahren müssen“. Den Neubau in Angriff zu nehmen bei immer neuen Sparrunden „ist keine Kleinigkeit, auch dafür meinen Dank an alle Beteiligten“.

Mit der Errichtung des Campus Freimann werde „auch an der Demokratie gebaut“, wird Ilse Aigner anschließend in ihrem Grußwort grundsätzlich. Im Gegensatz zu den neuen Medien, vor allem den Sozialen Netzwerken, in denen mehr Desinformation als Information betrieben werde, stehe der Bayerische Rundfunk für Qualitätsjournalismus, er helfe, die Meinungsvielfalt zu sichern – auch in den neuen Räumen: „Hier entsteht echt Zukunft.“

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