In diesem „Tatort“, zu sehen am Sonntag um 20.15 Uhr im Ersten, eilt der Ermittler nicht sofort zu einem Tatort, schließlich hat Hauptkommissar Felix Murot (Ulrich Tukur) Urlaub. Viel lieber besucht mit einer Flasche Whisky im Gepäck seinen alten Freund Walter Brenner (Peter Kurth). Der ist mittlerweile Museumspolizist, in einer umfunktionierten Polizeiwache irgendwo zwischen Frankfurt und Offenbach. Dort erzählt er, unterstützt von der Verkehrspolizistin Cynthia Roth (Christina Große) Schülern von den alten Zeiten, als Zeugenaussagen noch mit der Schreibmaschine getippt wurden.
Bis dann kurz vor einer totalen Sonnenfinsternis das Chaos ausbricht. Erst hat ein Gefangenentransport eine Reifenpanne und glaubt, bei einer „echten“ Polizeiwache Hilfe zu finden. Dann stürzt ein offensichtlich unter Schock stehendes junges Mädchen mit einer gerade abgefeuerten Waffe in die Wache. Und schließlich gerät das Gebäude auch noch unter den Beschuss unbekannter Angreifer.
Es ist schon eine seltsame Schicksalsgemeinschaft, die in „Angriff auf Wache 08“ ohne Handy, ohne Internet und ohne funktionierendes Funkgerät zusammenkommt, unter anderen ein als Kannibale zu lebenslanger Haft Verurteilter und ein traumatisierter Teenager. Thomas Stuber, der zusammen mit Clemens Meyer auch das Buch schrieb, führte Regie in diesem Krimi, der filmästhetisch Anleihen bei Westernklassikern nimmt.
Gedreht wurde auf dem Gelände der ehemaligen Ray Barracks in Friedberg – hier war einst Elvis Presley während seiner Militärzeit in Deutschland stationiert. „Wir werden hier Einiges gepflegt in die Luft jagen“, hatte Regisseur Thomas Stuber schon bei den Dreharbeiten angekündigt – und dieses Versprechen wird reichlich eingelöst.