Das Lieblingsjahrzehnt

von Redaktion

In „Gottschalks großer Achtziger-Show“ im ZDF treten am Samstag die Stars von einst auf

VON KATJA SCHWEMMERS

Umfragen hätten ergeben, dass die Achtzigerjahre das Lieblingsjahrzehnt der Deutschen gewesen seien. Das erklärt der Moderator gleich zu Beginn von „Gottschalks großer Achtziger-Show“ und verspricht: „Alle, die es erlebt haben, werden sich heute noch mal erinnern, warum das so war. Und alle, die es nicht erlebt haben, werden sich heute ärgern, dass sie so spät geboren sind.“

Vor allem die vermeintlich letzte Generation, die sich noch für das analoge Fernsehen und die große Samstagabendshow begeistert, dürften sich angesprochen fühlen. Schon in den Nullerjahren arbeiteten sich etliche Fernsehshows an der Dekade ab, etwa die „Achtziger Show mit Oliver Geißen“ und „Die ultimative Chartshow“ auf  RTL sowie die den Sat.1-„Hitgiganten“ mit Hugo Egon Balder.

Nun widmet sich also der große Herbstblonde, inzwischen 69 Jahre alt, im ZDF zweieinhalb Stunden jenem Jahrzehnt, in dem die Welt am Zauberwürfel herumschraubte, zu „Dirty Dancing“ tanzte und mit dem Walkman joggte. Es wird live gesungen und gespielt – Stefan Raabs ehemalige Showband Heavytones samt Bläsertrio und Backgroundsängerinnen macht es möglich. Deutschrocker Heinz Rudolf Kunze gibt mit Schlagersängerin Nicole am Klavier „Dein ist mein ganzes Herz“ zum Besten, und Scorpions-Sänger Klaus Meine lässt „Wind of Change“ von Max Giesinger und Michael Schulte neu interpretieren.

Zum ersten Mal überhaupt treten die frisch formierten Eighties Pioneers mit einem Hit-Medley in einer Fernsehshow auf. Zu der Band gehören Steve Norman von Spandau Ballet („Gold“), Nick van Eede von Cutting Crew („I just died in your Arms tonight“), Carol Decker von T’Pau („China in your Hand“) sowie Marc Almond von Soft Cell („Tainted Love“).

Auch Gottschalk ist in seinem Element, schwelgt in alten Bayern 3-Zeiten. Wenn Stars wie Kim Wilde, Nik Kershaw und Paul Young aufeinander folgen, mutet das wie ein Klassentreffen von „Thommy’s Popshow“ an, die er Anfang der Achtzigerjahre im ZDF moderierte. Für den Moderator steht das Jahrzehnt für seinen Wechsel vom Radio zum Fernsehen, wo er schließlich zum „Wetten, dass…?“-Moderator aufstieg.

An diesem Abend schließt sich der Kreis. „Einmal machen wir es noch“, meint der Entertainer und startet schon mal einen Wettaufruf für die Wiederauflage im November nächsten Jahres: „Alle Baggerfahrer werden jetzt schon ganz unruhig.“ Die Lacher hat er damit auf seiner Seite.

Artikel 2 von 3