Große Fußstapfen gilt es zu füllen, wenn sich am Freitag im Deutschen Theater der Vorhang zur Musical-Version des Kultfilms „Bodyguard“ heben wird. Doch wie es sich für einen echten Lebensretter gehört, lässt sich Titelheld Jo Weil auch vom Schatten eines Kevin Costner keineswegs einschüchtern und sieht der Premiere durchaus selbstbewusst entgegen. Der aus Serienhits wie „Verbotene Liebe“, „Alles was zählt“ oder „Rote Rosen“ bekannte Schauspieler verkörperte den Bodyguard Frank bereits in der Wiener Erstaufführung und freut sich schon darauf, nun endlich wieder in den maßgeschneiderten Anzug schlüpfen zu dürfen.
„Ich war schon immer ein großer Musical-Fan, kann aber leider nicht so wirklich tanzen. Und das Singen ist, na ja, sagen wir mal ausbaufähig“, wie der sympathische Serienstar im Gespräch augenzwinkernd zugibt: „Aber der Bodyguard ist in diesem Musical eben als reine Schauspielrolle angelegt. Das war für mich quasi ein Sechser im Lotto. Der einzige Moment, in dem ich singen muss, ist Franks misslungener Auftritt in einer Karaokebar. Und der darf, oder besser gesagt, soll sogar ein bisschen in die Hose gehen.“ Neben einer kleinen Portion Selbstironie sind aber natürlich vor allem andere Qualitäten gefragt, die Weil ebenfalls gerne bedient. „Ich hab hier Actionszenen, darf cool sein, mich verlieben und meine Traumfrau retten. Alles, wovon man als Mann eben träumt.“ Seine erste Musical-Produktion ist für ihn eine spannende Erfahrung, die durchaus Lust auf mehr Theater macht. „Beim Fernsehen ist man gewohnt, immer schnell neue Texte zu lernen. Da hab’ ich mich auch gefragt, wie es wohl sein wird, jeden Tag dieselbe Geschichte zu spielen. Aber als wir in Wien Halbzeit hatten, war ich fast schon traurig, weil dann das Ende in Sicht kam. Und als jetzt die Möglichkeit kam, mit auf Tour zu gehen, habe ich deshalb sofort Ja gesagt.“
Woran seine Partnerin nicht ganz unschuldig war. Hat man mit der stimmstarken Aisata Blackman doch eine Rachel gefunden, die den Vergleich mit Whitney Houston ebenfalls nicht zu scheuen braucht und ihre Qualitäten als Diva schon öfter unter Beweis gestellt hat. „Ich habe immer gerne gesungen. Aber ‚The Voice of Germany‘ hat mir damals den letzten Kick gegeben. Danach wusste ich, dass ich bereit bin für die große Bühne.“
Das Pensum an Songs, die sie hier zu absolvieren hat, ist dabei enorm. „Es ist wie ein Marathon! Aber wenn man es schafft, macht es unglaublich Spaß, weil es einem auch viel zurückgibt.“ Durch seine neue Kollegin hatte auch Jo Weil Gelegenheit, auf den Proben noch einmal frisch in die Story einzutauchen und gemeinsam neue Facetten zu entdecken. Dass die Chemie zwischen den beiden stimmt, war für ihn dabei schnell klar: „Das klingt jetzt vielleicht wie ein PR-Spruch, aber als Aisata und ich bei der Audition unsere Szenen gespielt haben, fühlte es sich so gut an, dass ich mir sofort gedacht habe: Das muss einfach mit uns klappen. Und jetzt stehen wir tatsächlich zusammen auf der Bühne.“
„Bodyguard“
läuft vom 7. November bis 15. Dezember im Deutschen Theater. Karten unter Telefon 089 / 55 23 44 44.