Tiefe Trauer um den „Rosenheim-Cop“

von Redaktion

Joseph Hannesschläger, der 17 Jahre als Korbinian Hofer in der ZDF-Serie ermittelte, ist 57-jährig gestorben

VON CORDULA DIECKMANN UND BRITTA SCHULTEJANS

Er war das Gesicht einer der beliebtesten Krimiserien in Deutschland: Joseph Hannesschläger, der „Rosenheim-Cop“ im ZDF, hat am Montag im Alter von 57 Jahren den Kampf gegen den Krebs verloren. Er sei friedlich im Hospiz in München-Nymphenburg gestorben, teilte seine Ehefrau Bettina Geyer-Hannesschläger mit. „Dass es so schnell geht, haben wir nicht erwartet. Joseph hatte immer noch Pläne und vor allem hatte er sich sehr darüber gefreut, wie viele Menschen an ihn denken.“

Seit 2002 war der Münchner bei den „Rosenheim-Cops“ als Kommissar Korbinian Hofer zu sehen. „Unzählige Fans wie auch alle Kolleginnen und Kollegen, die mit ihm arbeiten durften, trauern um einen großen Volksschauspieler, den auch wir sehr vermissen werden“, sagte ZDF-Programmdirektor Norbert Himmler. Mit seiner unvergleichlichen Mischung aus bayerischem Charme und hintergründiger Schlitzohrigkeit habe er seiner Figur einen einzigartigen und unverwechselbaren Charakter verliehen.

„Uns fehlen die Worte. Mit dem Tod von Joseph geht eine Ära zu Ende, und wir sind unendlich traurig“, teilten seine Schauspielkolleginnen Marisa Burger und Karin Thaler mit. Dieter Fischer, in der Serie als Kriminalhauptkommissar Stadler zu sehen, lobte die Kämpfernatur seines Kollegen. „Joseph war die bayerische Urgestalt und der Rosenheim-Cop. Er wird uns unheimlich fehlen.“

Erst im Herbst 2019 hatte Hannesschläger seine unheilbare Krankheit öffentlich gemacht und sich von der Erfolgsserie verabschiedet. Seine letzten Wochen hatte er in einem Hospiz verbracht. Dort hatte ihn noch Münchens Ex-Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) besucht und ein Foto auf Facebook geteilt. „Wir danken Dir für die Freundschaft, für Deinen ansteckenden Humor und für die Vermittlung der Einsicht, was wirklich wichtig ist im Leben“, schrieb Ude.

Nach Angaben auf seiner Homepage hat der Schauspieler im Laufe seiner Karriere in mehr als 45 Theaterstücken und rund 40 Kino- und Fernsehproduktionen mitgespielt. Er trat auch als Kabarettist auf und hatte mit der Gruppe Discotrain eine eigene Band. Seine wichtigste Rolle aber war die des Kommissars in den „Rosenheim-Cops“, in der er 17 Jahre lang zu sehen war.

Der „echte“ Rosenheim-Cop, der Präsident des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, Robert Kopp, bedauerte Hannesschlägers Tod zutiefst. Rund 20 Jahre lang sei er für die Polizei und die Region Rosenheim ein großartiger Sympathieträger gewesen. Das Polizeipräsidium werde ihn in würdevoller Erinnerung behalten. Die beiden kannten sich gut. Kopp nannte ihn deshalb auch gerne „meinen Kollegen“. Er habe ein besonderes Gespür für die Menschen und nicht zuletzt auch eine gesunde Portion trockenen Humors gehabt. Hannesschlägers Fans gaben dem Verstorbenen gute Wünsche mit auf seinen letzten Weg: „Und wieder ermittelt jetzt ein Cop im Himmel weiter. Ruhe in Frieden!“, hieß es etwa auf Twitter. Und: „Ohne dich, werden die Rosenheim-Cops nie wieder dieselben sein.“

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