„Sehr realistisch“

von Redaktion

Gute Einschaltquote und Lob von der Münchner Polizei für „Tatort“ des BR

Es war ein Plot, dessen Parallelen zum Attentat am OEZ vor dreieinhalb Jahren unübersehbar waren – entsprechend groß war am Sonntagabend das Publikumsinteresse an „Unklare Lage“, dem jüngsten ARD-„Tatort“ aus München, in dem es um die Jagd nach einem Amokläufer ging. Mit 9,41 Millionen Zuschauern verfehlte der Krimi mit Udo Wachtveitl und Miroslav Nemec als Kommissare Franz Leitmayr und Ivo Batic nur knapp die Zehn-Millionen-Marke (Marktanteil: 26,4 Prozent). Für den vorhergehenden Fall aus der bayerischen Landeshauptstadt, „One Way Ticket“, hatten sich am 2. Weihnachtsfeiertag lediglich 5,32 Millionen Krimifans interessiert.

Fast euphorisch äußerten sich die Kritiker. „Schnell, gemein, gut“, fand der „Spiegel“, dieser „Tatort“ wirke „wie ein Echtzeitkrimi und stellenweise wie eine Polizeidokumentation“, schwärmte der „Stern“. Regisseurin Pia Strietmann „findet starke, unbehagliche Bilder“, urteilte die „Frankfurter Rundschau“. Auch viele Twitter-Nutzer waren angetan: „So muss ein ,Tatort‘ sein. Glückwunsch ans Team. Spannung. Sonst nix“, schrieb Ingrid Vollmer, und Stefan Wagner legte sich schon im Januar fest: „Definitiv der beste ,Tatort‘ des Jahres!“

Lobende Worte gab es nicht zuletzt von der Münchner Polizei. Drehbuchautor Holger Joos sei es gelungen, eine klare inhaltliche Trennung zwischen dem Amoklauf von 2016 und der Hysterie in der Bevölkerung vorzunehmen, so Sprecher Marcus da Gloria Martins am Montag auf Anfrage unserer Zeitung: „Eine Eins-zu-eins-Nacherzählung des Amoklaufs wäre eine Grenzüberschreitung gewesen.“ Die „mangelnde Kommunikationskompetenz der Bevölkerung“ komme im Krimi sehr realistisch rüber, so da Gloria Martins in Anspielung auf die Flut von Falschmeldungen in den Sozialen Netzwerken nach dem echten Amoklauf vom 22. Juli 2016: „Insbesondere das Teilen von nicht gesicherten Informationen hat ja damals erheblich zu der Panik in der Stadt beigetragen.“ RUDOLF OGIERMANN

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