Fünf Tipps für ein langes Leben

von Redaktion

Eine neue Ausgabe der ZDF-Reihe „Leschs Kosmos“ widmet sich dem Alter

VON STEFANIE THYSSEN

Der Traum von der ewigen Jugend ist steinalt – aber was kann man tun, um den Alterungsprozess wirklich nachhaltig aufzuhalten? Lässt sich die Lebensuhr überhaupt manipulieren? Das ist das Thema in der neuen Ausgabe der Sendung „Leschs Kosmos“ heute um 23 Uhr im ZDF. Im Gespräch mit unserer Zeitung gibt der Astrophysiker, Naturphilosoph, Wissenschaftsjournalist und Moderator erste Antworten und erklärt, welche Faktoren beim Alterungsprozess besonders wichtig sind.

Ernährung

In der Ankündigung zur Sendung heißt es, dass Ernährung eine wichtige Rolle beim Altersprozess spielt. Das ist eigentlich eine Binsenweisheit. Aber dann fällt das Wort Schokolade. „Ja, das stimmt“, lacht Harald Lesch. „Es hat sich herausgestellt, dass sogar Schokolade mit einem sehr hohen Kakaoanteil im Leben von Menschen, die besonders alt werden, eine Rolle spielen kann.“ So genannte Flavonoide sorgten für eine Verbesserung der geistigen Fitness. „In der Sendung stellen wir eine 122-jährige Französin vor, die bis zu ihren letzten Tagen regelmäßig ein Gläschen Portwein getrunken und auch Schokolade gegessen hat“, erzählt Lesch.

Künstliche Stoffe

Was bringen Stoffe wie das berühmte Hyaluron? Auch diese Frage wird in der Sendung gestellt. „Hyaluron wird im Moment ziemlich gehypt – sowohl in der Kosmetik als auch in der Altersforschung“, so Lesch. Auf seine Wirkung gekommen sind Wissenschaftler über ein Nagetier – den Nacktmull, der bis zu 30 Jahre alt wird, viel für ein so kleines Wesen. Was hat der Nacktmull, was andere nicht haben? Hyaluron! Der Stoff sorgt dafür, dass die Haut des Nacktmulls nicht nur geschmeidig bleibt, sondern auch dafür, dass er nicht erkrankt, zum Beispiel an Krebs. Ob das allerdings eins zu eins auf den Menschen übertragen werden kann, bleibt fraglich.

Medikamente

„Auf der Osterinsel wurde 1972 Rapamycin entdeckt“, heißt es in der Ankündigung zur Sendung. Ein Wirkstoff, der dort längst gang und gäbe in der Medizin sei. Inzwischen werde das Medikament auch in Deutschland eingesetzt, zum Beispiel bei Organtransplantationen, um das Abwehrsystem so zu manipulieren, dass ein neues Organ nicht abgestoßen wird. „Forscher am Max-Planck-Institut in Köln haben diese Eigenschaft in Zusammenhang mit der Zellalterung untersucht und sind der Überzeugung, dass Rapamycin nicht nur das Immunsystem unterdrücken kann, sondern auch das Altern.“

Innere Einstellung

„Ob wir im Alter erstarren oder erblühen, hat auch damit zu tun, welche Haltung wir gegenüber dem Alter einnehmen“, erklärt Harald Lesch. „Man altert entspannter, wenn man auch den Vorteil des Alters sieht.“ Und der wäre? „Das Leben wird sehr leicht, wenn man niemandem mehr etwas beweisen muss.“ Dieses Gefühl mit Leben zu füllen, sei in einer Hochleistungsgesellschaft wie unserer, in der ewige Jugend der Traum schlechthin sei, nicht so einfach. Dennoch empfiehlt Harald Lesch: „Den Dingen ins Auge schauen.“

Soziales Gefüge

Ernährung, innere Einstellung – alles schön und gut und wichtige Faktoren. Entscheidend beim Thema Altern ist aber das Soziale. Also Fragen wie: Bin ich mit anderen Menschen zusammen? Habe ich Aufgaben? Lesch: „Man wird viel lieber alt, wenn man gemocht und gebraucht wird, als wenn man gar nicht wahrgenommen wird.“ Das Problem sei, dass wir auf der einen Seite all diese goldenen Regeln des Zusammenseins kennen, auf der anderen Seite aber durch ökonomische Zwänge in einen Lebensstil hineingezwungen würden, den wir vielleicht gar nicht wollen. „Ich erinnere daran, dass wir sowohl die Alten und die Schwachen als auch die Jungen und die Kranken aus der gesellschaftlichen Mitte rausdrängen, anstatt mit ihnen zusammenzuleben.“ Dabei sei es doch so: „Zusammen – das ist das Glück.“

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