„Ich hasse ihn. Wenn sie bestimmen, dass ich wieder zu ihm muss, bringe ich mich um“, droht Anni. Ein Jahr nach der Scheidung ihrer Eltern hat die Achtjährige mit ihrem Vater gebrochen. Doch es ist nicht ihr eigener Hass, den sie vor dem Familienrichter ausbreitet. Anni ist das Opfer einer gezielten Manipulation durch ihre Mutter. Alexander Dierbachs Fernsehfilm „Weil du mir gehörst“, zu sehen heute um 20.15 Uhr im Ersten, beleuchtet ein Phänomen, das bei Trennungen leider kein seltenes ist – die Eltern-Kind-Entfremdung.
Julia und Tom (Julia Koschitz und Felix Klare) teilen sich seit der Scheidung das Sorgerecht für Tochter Anni (großartig gespielt von Lisa Marie Trense). Doch während Tom in seiner neuen Beziehung mit Jenny (Merle Collet) samt Patchworkfamilie aufgeht, leidet Julia noch immer unter der Trennung. In ihr wächst der Wunsch, die Tochter nicht mehr teilen zu müssen. Sie hintertreibt Annis Wochenendverabredungen mit dem Vater, sabotiert Telefongespräche und zieht schließlich um, ohne Tom darüber zu informieren. Ihre Tochter aber lässt sie in dem Glauben, dass der Papa kein Interesse mehr an ihr habe.
Mithilfe einer Gutachterin und eines Anwalts versucht sie das alleinige Sorgerecht und ein Umgangsverbot zu erstreiten. Aus Rache, aus Trauer, aus Angst? „Die Motive sind vielfältig und nur allzu menschlich“, erklärt der ehemalige Familienrichter Jürgen Rudolph im Gespräch mit unserer Zeitung. Der Jurist, der mittlerweile zahlreiche Mandanten in Fällen der Eltern-Kind-Entfremdung vertritt, hat auch Drehbuchautorin Katrin Bühlig beraten. Sie beschreibt in „Weil du mir gehörst“ ein ebenso realistisches wie beklemmendes Trennungsszenario, das von hervorragenden Schauspielern getragen wird.