Fernsehshows leben oft davon, dass ein Kandidat oder eine Kandidatin dem oder der anderen nicht die Butter auf dem Brot gönnt – man denke nur an die aktuell laufende Staffel von „Germany’s Next Topmodel“ bei Pro Sieben. Da wird offen gekämpft, gelästert, intrigiert oder geschmollt. Aber Sabotage als Teil des Spiels? Das gab es noch nicht oft. Bei der achtteiligen Sat.1-Show „The Mole“ (Der Maulwurf), die heute um 20.15 Uhr startet, gehört Sabotage sozusagen zum Konzept.
Zehn Spieler, fünf Frauen und fünf Männer zwischen 23 und 66, müssen ein gemeinsames Ziel erreichen – allerdings wirft ein Gruppenmitglied den anderen Knüppel zwischen die Beine, er darf dabei nur nicht zu offensichtlich handeln. Er soll ja nicht sofort enttarnt werden. Mit dabei ist auch der 28-jährige Martin aus München, den der Privatsender als „Leadertyp“ beschreibt, als einen, der „in Gruppen auch etwas ungeduldig werden“ kann.
Die Show wurde schon Ende vergangenen Jahres, also vor Corona, in Argentinien gedreht. In einer ersten Aufgabe müssen sich die zehn Teilnehmer aus einem Sarg befreien und dazu paarweise drei Aufgaben lösen. Der Zuschauer erfährt die Lösungen etwas zu früh, um miträtseln zu können. Dafür kann er entspannt zusehen, wie sich Germanistikstudent Aaron (25) aus Köln, Model Yves (29) aus Karlsruhe und Influencerin Paula (23) aus Kassel dabei abmühen, ihrem hölzernen Gefängnis zu entkommen.
Für jede Aufgabe – ob die Kandidaten nun Lamas mit dem Lasso fangen oder von einer Brücke ins Wasser springen müssen – gibt es Geld in einen großen Topf, allerdings muss die ganze Gruppe an einem Strang ziehen. „Wir sind ein Team, ein großes Team, aber gleichzeitig sind wir auch kein Team, denn bei den Spielen ist dann immer die Frage: Ist das gerade Sabotage oder ist das keine Sabotage“, sagt Martin, studierter Wirtschaftspsychologe und Chef seiner eigenen Firma: „Wenn ich ,The Mole‘ wäre, dann würde ich aktuell total mit dem Strom mitschwimmen. Ich würde mir überhaupt nichts anmerken lassen.“
Nach drei Pflichtübungen in der ersten Folge müssen alle Teilnehmer 20 Fragen zu dem „Mole“ beantworten. Wer am wenigsten weiß, muss die Gruppe verlassen. Im Finale wird ein Kandidat den Maulwurf auffliegen lassen und allein den großen, in allen Spielen gesammelten Geldtopf absahnen – bis zu 100 000 Euro könnten das sein. Sollte Martin gewinnen, der Riese mit dem beeindruckenden roten Bart, würde er das Geld komplett in die Entwicklung seines Sports, „Long Driving“, in Europa stecken. Bei dieser Variante des Golfspiels gewinnt der, der den Ball am weitesten schlägt.
Moderatoren von „The Mole“ sind Alec Völkel und Sascha Vollmer von The Boss Hoss. Das Format gab es schon in anderen Ländern, etwa in Großbritannien und Belgien. In Deutschland lief 2000 und 2001 eine Version bei Pro Sieben. Der Titel lautete damals „Der Maulwurf – Die Abenteuershow“. Zwei Staffeln wurden gesendet, die erste moderierte Ex-Tennisstar Michael Stich, die zweite Steven Gätjen.