Es wird viel getalkt im deutschen Fernsehen – und inzwischen fast genauso viel getrödelt. Jedenfalls werden seit einigen Jahren auf allen Kanälen alte Schätze an neue Besitzer verschachert, zum Teil für einen mehr als ordentlichen Wert. Aus Quotensicht unangefochten die Nummer eins: „Bares für Rares“ im ZDF. Morgen moderiert Horst Lichter ab 15.05 Uhr die 1000. Ausgabe – und lässt Konfetti für die Kultsendung regnen. Wir blicken auf die fünf Geheimnisse des Erfolges.
Der Moderator
Mit ihm steht und fällt die Show: TV-Koch und Trödelliebhaber Horst Lichter ist der Mann, der „Bares für Rares“ zu dem gemacht hat, was es ist. Seit 2013 zeigt das Zweite die Sendung mit dem Rheinländer, der den Handkuss genauso beherrscht wie den kernigen Kölschen Jubel: „Leck misch de Söck!“ Seit 2015 gibt es durchgängig montags bis freitags Ausstrahlungen. Bis zu drei Millionen Zuschauer fiebern dann mit, bei den vier Abendshows waren es im vergangenen Jahr sogar jeweils mehr als fünf Millionen.
Das Konzept
Es ist so einfach wie genial: Menschen schleppen ihre Raritäten an, dann wird der Wert geschätzt. Anschließend bieten die Besitzer die Dinge fünf Händlern zum Kauf an und können an den Höchstbietenden veräußern – müssen aber nicht. Wie beliebt die Show ist, sieht man auch an diesem Wert: Jede Woche (!) bewerben sich 500 bis 1000 Menschen, um ihre Dinge in der Show anbieten zu dürfen.
Der heimliche Star
Wenn Horst Lichter das Gesicht von „Bares für Rares“ ist, dann ist Ludwig Hofmaier der heimliche Star. Der Händler aus Niederbayern, der 1967 auf sich aufmerksam machte, als er auf Händen laufend eine Papst-Audienz erhielt, ist der absolute Publikumsliebling der Sendung. Die meisten Kandidaten vertrauen auf seine Expertise.
Die Kulisse
Die besondere Stimmung entsteht dank der Tatsache, dass die Show nicht in einem sterilen Studio aufgezeichnet wird, sondern in einem Gebäude mit Geschichte. Vor den Toren Kölns liegt der Klinkerbau, der einmal als Walzwerk diente.
Die Objekte
Aus den Objekten zieht die Sendung ihre größte Spannung. Die Besitzer erzählen schöne Anekdoten zu jedem Stück. Und manchmal sind echte Knaller dabei. Zum Beispiel das diamantenbesetzte Reliquienkreuz mit mutmaßlichen Holzsplittern vom Kreuz Jesu, das eine Studentin und ihre Mutter anboten. Sie konnten sich am Ende über 42 000 Euro freuen – der höchste Betrag, der bislang in der Serie gezahlt wurde.