Den ersten Moment vergisst man nicht. Wenn sich Susanne Kellermann (47) daran erinnert, wann sie Fritz Wepper zum ersten Mal gesehen hat, stockt ihre Stimme. Es muss 1989 gewesen sein, bei einem Konzert von Liza Minnelli, Frank Sinatra und Sammy Davis jr. Wepper, der seit den gemeinsamen Dreharbeiten zu „Cabaret“ (1972) mit Minnelli eng befreundet ist, war – ebenso wie Kellermann – als Zuschauer bei diesem Konzert und wurde von der Sängerin als „my dear friend Fritz“ extra begrüßt. Er stand daraufhin auf, „und die ganze Halle hat getobt“, so Kellermann. „Wow“, habe sie gedacht. „Was für ein Mann.“
Über 30 Jahre später ist die Autorin und Regisseurin mit dem Mann verheiratet, der ihr damals so imponierte. Und schenkt ihm zum Geburtstag – Wepper wird morgen 80 – einen Film, der mit jener Erinnerung an den Abend in der Olympiahalle beginnt und eine Mischung ist aus Liebeserklärung und Vermächtnis. „Mein Fritz“ läuft heute um 22 Uhr im BR Fernsehen.
Kellermann nimmt sich nach diesem sehr persönlichen Auftakt in den kommenden 45 Minuten dann zurück. Sie lässt Wepper selbst auf sein Leben blicken – von der Kindheit bis hin zum mutmaßlich letzten Moment vor der Kamera, als die finale Szene von „Um Himmels Willen“ im Kasten ist und das Team ihn, der 20 Staffeln lang der Star dieser ARD-Serie war, mit nicht enden wollendem Applaus feiert. „Es ist mir noch nie so schwergefallen, eine Serie zu beenden“, sagt Wepper mit brüchiger Stimme, und eine Träne kullert über sein Gesicht.
Die Schauspielerei war Fritz’ Leben, das macht dieser Film einmal mehr deutlich. Bruder Elmar Wepper erzählt, wie er und die Schulkameraden früher Fußball spielten und sich mit Mädels trafen – Fritz aber probte auf der Bühne. Am Wittelsbacher Gymnasium wurde er fürs Theater entdeckt. Da war er elf, hatte Sommersprossen und rotes Haar. „Der Fritz ist damals in ein anderes Leben getreten“, so Elmar.
Und er trat nie wieder heraus. Begleitet von Susanne Kellermann besucht Wepper nun noch einmal das Gelände der Bavaria in Geiselgasteig, wo er nicht nur „Cabaret“ drehte, sondern auch die Serien, mit denen er Fernsehgeschichte schrieb: „Der Kommissar“ und „Derrick“.
Und was kommt jetzt noch? Der Film entstand, bevor Wepper gesundheitlich abbaute. Wie es ihm derzeit geht, wissen nur engste Vertraute. Vor diesem Hintergrund ist eine Szene des Filmporträts seiner Frau, die auch die Mutter seiner kleinen Tochter Filippa (9) ist, besonders emotional: wenn die Kamera Wepper an das Familiengrab begleitet, wo seine geliebte Mutter ihre letzte Ruhe fand. „Ich habe keine Angst vor dem Tod“, sagt er. „Man kann nur hoffen, dass man friedvoll von dieser Welt geht.“
„Mein Fritz“
läuft heute um 22 Uhr
im BR Fernsehen und ist in der BR-Mediathek abrufbar.