Berauschende Weihnachten

von Redaktion

INTERVIEW  Maren Kroymann und Ulrike Kriener über „Mona & Marie“

Gefühlsduseleien sind so gar nicht nach dem Geschmack von Großstadt-Diva Mona. Für ihre Mitmenschen hat die Society-Lady immer ein bissiges Wort und selten Verständnis übrig. Als sie nach einem herben Schicksalsschlag im Krankenhaus landet, reist ihre Hippie-Schwester Marie an, um das Haus und einen Hund zu hüten, der besser frisiert ist als sie selbst. Zwei Welten treffen aufeinander: Es wird gestichelt, gestritten und um einen Neuanfang gekämpft. Maren Kroymann (72) und Ulrike Kriener (66) liefern sich heute in Marco Petrys witziger Weihnachtsgeschichte „Mona & Marie“ (20.15 Uhr, ZDF) ein komödiantisches Duell auf Augenhöhe. Im gemeinsamen Gespräch mit unserer Zeitung reden sie über ihre Freundschaft, Kiffen und Corona.

Angenommen, Sie hätten die freie Wahl gehabt, sich die Rollen in dieser Komödie auszusuchen. Wen hätten Sie genommen?

Maren Kroymann: Die, die ich spiele: die Mona.

Warum?

Kroymann: Weil sie konträr ist zu mir. Auch Ulrike hat eine tolle Rolle, aber ich habe Alt-68er und Späthippies, die nerven und immerzu Sex haben wollen, schon mehrfach gespielt. Das, was mir fernliegt, hat mich mehr gereizt. Ulrike Kriener: Das verstehe ich. Ich hätte natürlich genauso die überzogene Düsseldorfer Schickse spielen können und Maren die flippige Maus. Beides wäre möglich gewesen. Was uns beide aber vereint, ist das Verständnis, wie man Rollen angeht. Kroymann: … und dass wir uns gern mögen. Kriener: Das kommt erschwerend hinzu.

Fürs persönliche Wohlgefühl ist das sicher schön, aber erleichtert eine Freundschaft auch das Drehen?

Kriener: Ich brauche keine Distanz beim Drehen. Je offener und inniger das Verhältnis ist, umso angenehmer ist das Arbeiten. Beim Drehen hat man das ohnehin selten genug. Maren und ich haben in Hotelzimmern nebeneinander gewohnt, abends noch einen Salat oder eine Suppe gemampft und nebenher das Drehbuch durchgesprochen – das war herrlich! Kroymann: Ja, das habe ich auch sehr genossen. Dieses abendliche Sitzen, quatschen und Ideen entwickeln. Ich finde das Vertrauen, das zwischen uns herrscht, unschätzbar. Bei Ulrike weiß ich, dass ich auch mal was Verrücktes ausprobieren oder rumspinnen kann, ohne mich zu blamieren. Das macht einen freier beim Spielen.

Was man gut in der ausgelassenen Kiff-Szene im Film beobachten kann …

Kriener: Ja, die hat wirklich Spaß gemacht. Auch wenn’s nur Kräuterzigaretten waren. Was anderes könnte ich auch gar nicht inhalieren.

Wann haben Sie zuletzt gekifft?

Kroymann: Ich bin ja Nichtraucherin, aber letztes Jahr hat mir ein Freund vier Hasch-Kekse mitgebracht. Davon liegen noch drei in der Schublade. (Lacht).

Wie stehen Sie zur Legalisierung von Cannabis?

Kroymann: Finde ich gut. Kriener: Im Prinzip finde ich das auch gut. Allerdings wird sich der Drogenhandel neue Kanäle suchen. Da kann man bestimmt von den Niederlanden lernen, die damit schon Erfahrungen gemacht haben.

Wenn nicht Mona und Marie, sondern Maren und Ulrike gemeinsam Weihnachten feiern würden – was dürfte nicht fehlen?

Kriener: Ein Baum müsste schon sein. Und natürlich bestehe ich auf meinem Geburtstag, der ja nun mal auf den Heiligabend fällt. Ein gutes Essen ist schön, und wenn kein Corona wäre, würden wir beide gern mit vielen Freunden feiern, oder? Kroymann: Das wäre natürlich toll. Aber in Zeiten von Corona habe ich gelernt, einzelne Menschen zu sammeln. Das sind dann oft kleine, intensive Runden, die auch eine besondere Qualität haben. Abgesehen davon hätten wir beide bestimmt ein lustiges Fest.

Das Gespräch führte

Astrid Kistner.

Artikel 2 von 2