Powerfrauen für den „Polizeiruf“

von Redaktion

INTERVIEW Anneke Kim Sarnau und Lina Beckmann starten am Sonntag gemeinsam im Rostock-Krimi

Das Ende war hart, aber der Neuanfang ist richtig gut! Nach dem von Millionen Zuschauern heftigst betrauerten Ausstieg von Charly Hübner alias Sascha Bukow aus dem Rostocker „Polizeiruf 110“ ermittelt Anneke Kim Sarnau als Katrin König nun mit neuer Kollegin: Melly Böwe hatte schon einen Gastauftritt als Polizistin aus Bochum in der Folge „Sabine“ aus dem vergangenen Jahr. Sie ist die Halbschwester von Bukow und wird gespielt von Lina Beckmann, der Ehefrau von Charly Hübner. Im Interview sprechen Sarnau (50) und Beckmann (41) über diese irre Konstellation, ihren ersten gemeinsamen Fall und die Arbeit unter Frauen.

Frau Sarnau, wer vermisst wen mehr – Katrin König den Sascha Bukow oder Anneke Kim Sarnau den Charly Hübner?

Anneke Kim Sarnau: (Lacht.) Ich als Anneke habe ja das Glück, mit Lina Beckmann jetzt eine Person an meiner Seite zu haben, die auch dem Charly sehr nahesteht. Dadurch ist er irgendwie immer noch da. Katrin König hingegen vermisst Bukow schon sehr. Also sehr! Es war eine große Liebe. Das muss man erst mal verdauen, wenn die sich so aus dem Staub macht.

Allerdings! Die Fans haben richtig aufgeschrien, als Bukow gegangen ist. Können Sie das verstehen?

Sarnau: Ich kann das verstehen, ja. Ich war früher großer Schimanski-Fan, fand auch Thanner und Hänschen super. Als die aufhörten, habe ich auch gesagt: Was soll das denn jetzt? In Bezug auf Charly haben wir den „Protest“ aber auch als Bestätigung für unsere Arbeit gesehen. Wir als Team wurden gemocht.

Wie ging Ihnen das, Frau Beckmann?

Lina Beckmann: Ich habe dieses Paar und dieses ganze Team auch wahnsinnig gemocht. Ihr habt da etwas sehr Schönes und Bleibendes geschaffen, Anneke. Und ich habe natürlich mitbekommen, wie aufmerksam die Zuschauer waren, wie verletzt dieser Ausstieg beobachtet wurde. Für Charly war das heftig. Ich habe seinen Ausstieg ja eher aus der Sicht der Ehefrau begleitet, weniger als Kollegin.

Wie verändert sich der „Polizeiruf“ jetzt, wo zwei Power-Frauen an der Spitze stehen?

Beckmann: Mir war es vor allem wichtig, den Krimis aus Rostock etwas ganz Neues entgegenzusetzen. Das Gegenteil von Bukow sozusagen. Wir wollten eine Figur schaffen, die ganz hell und licht ist und so auch auf die Menschen zugeht. Und Melly Böwe ist so jemand. Abgesehen davon ist natürlich keine Liebesbeziehung mehr im Spiel (Lacht.) Sarnau: Wir zwei wollten unbedingt Frauen spielen, die sich nicht (!) anzicken. Keine Bitch-Geschichte, keine Konkurrenz. Weil: Das sind wir Frauen ja auch im echten Leben nicht. Spätestens in unserem Alter hat man das doch geschnallt, dass es viel schöner und angenehmer ist, miteinander solidarisch zu sein. Und liebevoll. Und zugewandt. Daraus kann so viel Schönes entstehen.

Arbeiten Frauen anders zusammen als Männer?

Beckmann: Ja, das glaube ich schon. Ich merke selbst, dass ich mich ganz anders verhalte, wenn nur Frauen im Raum sind, als wenn auch Männer da sind. Gar nicht blöd, nur anders. Sarnau: Das kommt immer auf den Typen an, der mit im Raum ist, oder? Wenn der auch nur ansatzweise eine erotische Komponente hat, und eine der Frauen, sagen wir, andocken will, dann wird’s manchmal mühsam.

Interview: Stefanie Thyssen

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