Sie nähern sich an, wenn auch nur mit kleinen Schritten. Manchmal knirscht es noch zwischen „Kommissarin Lucas“ und ihren neuen Nürnberger Kollegen, doch das Team steht vor einer großen Herausforderung. Im Krimi „Du bist mein“, den das ZDF an diesem Samstag um 20.15 Uhr zeigt, müssen die Ermittler ein Verbrechen aufklären, das sie an ihre persönlichen Grenzen führt.
Es ist ein stilles Jubiläum, das Hauptdarstellerin Ulrike Kriener in diesem Jahr feiert. Seit zwei Jahrzehnten analysiert sie sich als unnahbar wirkende Hauptkommissarin durch die Kriminalfälle im Zweiten. Die Geschichte zu ihrem 33. hat das Autorentrio Markus Ziegler, Peter Probst und Alan Smithee ersonnen. Regie führt Uwe Janson.
Cineasten wissen: Alan Smithee ist immer dann ein Pseudonym für Filmschaffende, wenn sie mit dem Endprodukt nicht glücklich sind. Nicht ganz nachvollziehbar beim neuen Lucas-Krimi, der als klassischer Whodunit ein paar Schwächen hat, dafür das Thema Stalking in einem ästhetisch sehr ansprechenden Thriller aufbereitet.
Eine Leiche liegt im Dachstuhl eines verlassenen Hofes – offensichtlich mumifiziert durch die sommerliche Hitze. Die Tote wurde liebevoll aufgebahrt und mit Blumen geschmückt. Die Rechtsmedizin ist sich sicher: Ermordet wurde die Frau nicht, aber im Gebäude gefangen gehalten. Ist sie bei einem Fluchtversuch gestorben?
Als Zuschauer ist man dem Nürnberger Team einen Schritt voraus, weiß, dass die Tote von einem Verehrer bedrängt und gekidnappt wurde. Parallel dazu rückt der Krimi Lucas’ Kollegin Betty Sedlacek (Claudia Kottal) in den Fokus. Sie ist frisch getrennt, sucht Ablenkung in einem One-Night-Stand und fühlt sich zunehmend verfolgt und zudem von einem Unbekannten bedrängt.
„Du bist mein“ thematisiert die gefährlichen Besitzansprüche, die manche Männer noch gegenüber Frauen hegen und spielt geschickt mit den Ängsten der Betroffenen. Kamerafrau Birgit Bebe Dierken findet dafür immer neue Blickwinkel und bedrohliche, manchmal auch gruselige Bilder. Nicht jeder Dialog ist in diesem Krimi auf den Punkt, manches wirkt aufgesetzt, wie die Begegnungen zwischen Kommissar Fitz (Sebastian Schwarz) und dem neuen Kollegen Sanjay (Lucas Janson). Trotzdem hält dieser Jubiläumskrimi die Spannung bis zum Schluss.