Auf dem Ego-Trip

von Redaktion

Thomas Gottschalk plant Solo zum „Wetten, dass..?“-Finale – So reagiert Michelle Hunziker

VON STEFANIE THYSSEN

Jetzt also wirklich: Thomas Gottschalk wird am 25. November zum letzten Mal „Wetten, dass..?“ moderieren. Das teilte das ZDF am Montagabend mit (wir berichteten). Ob das eine gute oder schlechte Nachricht für Fernseh-Deutschland ist, darüber wird seit gestern trefflich diskutiert. Der eigentliche Paukenschlag ist aber ein ganz anderer: Die letzte Sendung findet ohne Michelle Hunziker statt – Gottschalk auf dem Ego-Trip. Wir fassen das Wichtigste zum Thema zusammen.

Die Entscheidung

36 Jahre nach seinem ersten Auftritt wird Thomas Gottschalk Abschied von „Wetten, dass..?“ nehmen. Die „Bild“-Zeitung will wissen, dass es allein seine Entscheidung war. Dem Vernehmen nach gab es beim ZDF allerdings keine großen Bemühungen, ihn zum Bleiben zu überreden. Gottschalk erklärt seine Gründe so: „Die Zeit der großen Live-Unterhaltung am Samstagabend ist einfach rum.“ Gleichzeitig betont er, dass der Abschied von „Wetten, dass..?“ nicht sein Abschied vom Fernsehen sei. Beim Privatsender RTL wird er nach Informationen unserer Zeitung gemeinsam mit Günther Jauch und Barbara Schöneberger weiterhin Teil der Show „Denn sie wissen nicht, was passiert“ bleiben, die es seit 2018 gibt. Übrigens auch Live-Unterhaltung am Samstagabend. Aber das nur am Rande.

Wie wird das Finale von „Wetten, dass..?“

Welche Gäste nach Offenburg kommen, steht noch nicht fest. Wer nicht dabei sein wird, indes schon: Michelle Hunziker. Gegenüber „Bunte“ erklärt Gottschalk, dass er sich in dieser Frage mit dem ZDF einig sei: „Ich habe die erste Show allein gestemmt, ich schaffe das auch mit der letzten.“ In der „Bild“ fügt er hinzu, mit einem Schmunzeln, wie es heißt: „Ich brauche keine junge, blonde Frau an meiner Seite, die mir zeigt, wo’s langgeht.“ Abgesehen davon, dass das eine gewagte Aussage ist – in der vergangenen Ausgabe hat er Hunziker sehr wohl gebraucht –, ist es ein Affront gegen die Schweizerin, die seit 2009 seine Co-Moderatorin bei „Wetten, dass..?“ war. Und nicht nur das: Mit Charme und Grandezza hat die 46-Jährige regelmäßig dafür gesorgt, dass die Sendung nicht aus dem Ruder lief. Ihr ist auch der Balance-Akt geglückt, Gottschalks Nummer-eins-Position niemals infrage zu stellen und gleichzeitig die vielen Bälle der Show (Kandidaten, Wetten, Showacts, Interviews) sozusagen in der Luft zu halten. Vor allem dann, wenn die Sendung dem eigentlichen Gastgeber zu entgleiten drohte. Dass Gottschalk nun auf Hunziker verzichtet, ist also weder zu verstehen noch besonders nett ihr gegenüber – zumal sie von seinem Solo-Entschluss kalt erwischt worden sein soll. Auf Anfrage unserer Zeitung reagierte sie gestern ebenso souverän, wie sie stets ihren Job erledigt hat: „Mein Thomas“, schrieb sie, „charmant wie immer! Bis auf die letzten Meter.“ Und weiter: „Danke für das jung und blond! Mittlerweile bin ich ja schon Oma.“

Die Reaktionen auf Gottschalks Abschied

Im Netz finden sich Stimmen des Bedauerns („Am 25. November endet ein Stück Kindheit“, „Baggerschaufeln auf halbmast!“), aber es gibt auch Spott und Häme. „Einmal noch, dann sind wir Oppa los“, schreibt jemand auf Twitter, das inzwischen X heißt. Andere formulieren ihre Zweifel, ob er wirklich geht. Er hatte ja schon zwei Mal Servus gesagt und ist doch wieder zurückgekehrt.

Wie geht es weiter?

„Wie es mit dem Format weitergeht, entscheidet das ZDF zu gegebener Zeit nach der Sendung“, heißt es in der Erklärung von Programmdirektorin Nadine Bilke. Die Option, dass es weitergeht, ist nicht unwahrscheinlich. Sonst wäre jetzt der richtige Zeitpunkt gewesen, mit Gottschalks Abschied die ganze Show zu beerdigen. Die Frage ist, wer sie sich antun würde. Moderatoren, die „Wetten, dass..?“ im Kreuz hätten, gibt es genügend: Joko und/oder Klaas, Barbara Schöneberger, Anke Engelke, auch Bastian Pastewka. Man könnte sich ein Rotations-Prinzip vorstellen. Also mal der eine, dann die andere. Im Herbst dürften wir dazu mehr wissen.

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