Jessy Wellmer ist das neue Gesicht der „Tagesthemen“ im Ersten. Am Montag hat sie Premiere – ein Abschiedsritual, das zum Markenzeichen mancher Moderatoren gehört, hat sich die 43-Jährige noch nicht überlegt. „Mir ist zusammen mit Kollegen aufgefallen, dass überwiegend Männer zu solch einem Abschlussritual neigen“, sagt sie. Ihr Kollege Ingo Zamperoni etwa sagt zum Ende seiner Moderationen stets: „Bleiben Sie zuversichtlich!“ Im Ohr ist sicher vielen auch noch der Abschlusssatz des früheren „Tagesthemen“-Manns Ulrich Wickert (80), der „eine geruhsame Nacht“ wünschte.
Wellmer ergänzte: „Aber unabhängig davon: Ich finde es gut, wenn ich die Freiheit behalte, den Satz zum Ende der Sendung auch vom jeweiligen Tag und den Ereignissen abhängig zu machen.“ Wenn ihr irgendwann „so ein Zamperoni- oder Wickert-Schlusssatz“ ein- oder zufalle, „dann bringe ich den vielleicht auch“.
Die im mecklenburgischen Güstrow geborene Journalistin war nach einem Volontariat in den 2000ern in der Sportredaktion des RBB tätig. Bis 2014 präsentierte sie den Sport im ZDF-„Morgenmagazin“ und kehrte dann zur ARD zurück. Bis zuletzt war sie den Zuschauern vor allem aus der „Sportschau“ bekannt.
Nachgefragt, was sie an der künftigen Konkurrenz, dem ZDF-„heute journal“, besser finde, sagte Wellmer: „Worum ich das ,heute journal‘ manchmal ein bisschen beneide, ist die täglich weitgehend feste Anfangszeit. Da gibt es eine Verlässlichkeit für die Zuschauer.“ dpa