Marie will nach Malmö

von Redaktion

Ab heute läuft die Castingshow zum ESC-Vorentscheid, auch eine Münchnerin ist dabei

VON JÖRG HEINRICH

Heute macht sich Deutschland auf den Weg nach Malmö, zum „Eurovision Song Contest“ am 11. Mai. Genauer gesagt: Ab heute sind in der ARD-Mediathek die ersten drei Folgen der Castingshow „Ich will zum ESC!“ zu sehen, in der Rea Garvey und Conchita Wurst ein Top-Talent suchen, das hoffentlich gut genug ist, damit Deutschland nicht schon wieder Letzter wird. Unter den 15 Kandidatinnen und Kandidaten des Wettsingens ist als Münchner Vertreterin die TikTok-Schauspielerin Marie Moreira. Doch der Weg nach Schweden ist länger denn je.

Die Talentsuche: In sechs Folgen vergeben Deutschlands Lieblings-Ire Rea Garvey und Conchita Wurst, Österreichs Sieger(in) von 2014, Herzen. Sie sieben als Jury so lange aus, bis am Ende nur noch ein Talent übrig bleibt. Das ist durchaus kurzweilig, wenn Rea mit sieben irischen ESC-Siegen prahlt, und wenn Conchita lässig kontert: „Wir Österreicher machen es einmal, aber richtig“ (Wobei: Udo Jürgens hat auch gewonnen!). Doch Kritik und Lob („Du hast eine entzückende Ausstrahlung“) unterscheiden sich kaum von üblichen Castingshows – das Ganze könnte auch „The Voice of ESC“ heißen. Die ersten drei Runden sind diesen Samstag ab 23.15 Uhr auch im Ersten zu sehen. Der Rest folgt bis 8. Februar in Mediathek und TV. Wichtig:

Die Talente: Genau wie bei „DSDS“ & Co. sind 15 bunt gemischte Talente zu sehen und zu hören. Die meisten singen nur Hits nach, von Queen („Don’t stop me now“) bis „What was I made for“ von Billie Eilish. Der Berliner Béranger wagt sich dagegen mit seinem eigenen Song „Wild Drift“ auf die Bühne. Aus Bayern darf mit Apollson aus Regensburg, Christos aus Mindelheim, Lyn aus Günzburg und mit der Wahl-Münchnerin Marie ein ganzes Quartett vorsingen. Die 23-Jährige hat mit der Impro-Serie „iam.justmyself“ immerhin 48 200 Follower auf TikTok. Und sie freut sich: „Endlich bin ich hier!“ Ob Rea und Conchita für sie und ihre Version des Silbermond-Songs „Irgendwas bleibt“ ein Herz haben, ist ab heute in der Mediathek zu sehen.

So geht’s weiter: Das Top-Talent aus „Ich will zum ESC!“ ist als neunter Teilnehmer beim deutschen Finale am 16. Februar dabei, das das Erste mal wieder im Spätprogramm um 22.05 Uhr versteckt. Wie auf diese Weise in Deutschland Begeisterung für den eigenen Malmö-Starter entstehen soll, die dann auf ganz Europa überschwappt, bleibt das Geheimnis der ARD. Der Sieger könnte fast schon feststehen: Top-Sänger Max Mutzke, der 2004 in Istanbul starker Achter wurde, versucht es noch einmal. Seinen (leider nicht allzu aufregenden) Song „Forever strong“ nennt er ein „Plädoyer der Hoffnung“. Neben vielen eher unbekannten Acts ist auch Schlagersternchen Marie Reim dabei, Tochter von Matthias Reim und Michelle.

Die ESC-Zukunft: 2025 könnte laut Bild der MDR den Song Contest vom misserfolgsgewohnten NDR übernehmen. Der MDR gilt innerhalb der ARD als der Sender mit der „größten Musikkompetenz“. Die Schlagershows des MDR stehen zwar nicht für höchsten Musikgenuss, aber zumindest für Spektakel, Erfolg und hohe Einschaltquoten. Dann wäre auch denkbar, dass Florian Silbereisen, dessen Heimatsender der MDR ist, die Moderation des Vorentscheids von Barbara Schöneberger erbt.

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