Unbeschwert sieht anders aus: Sechs Jahre und 13 Folgen lang wurde Kommissar Jan Pawlak ein prekäres Privatleben ins Drehbuch geschrieben. Mit einer schwer drogenabhängigen Frau, die erst im Knast landet und schließlich verschwindet. Was dem „Tatort“-Ermittler blieb, war die gemeinsame Tochter und ein nicht enden wollender Kampf ums Sorgerecht. Doch damit ist jetzt Schluss: An diesem Sonntag um 20.15 Uhr verabschiedet sich Schauspieler Rick Okon alias Jan Pawlak von den Kollegen in Dortmund.
„Es war mir ein Fest“, sagt der 34-Jährige, dem der Ausstieg nicht leichtfällt. Der Pawlak sei ihm ans Herz gewachsen, und die Kolleginnen und Kollegen sowieso. „Aber es ist an der Zeit, neue Wege zu gehen“, erklärt Okon, der in der finalen Episode das Vertrauen seines Teams auf eine harte Probe stellt.
Im ARD-„Tatort: Cash“ zeigt er offenbar nur noch wenig Interesse an seinem Job. Stattdessen versumpft Pawlak immer öfter im Wettbüro, wo er sein Geld wahlweise bei Sportwetten oder an Automaten verliert. Schon bald wird Cash, wie der Titel vermuten lässt, zum Problem. Kollegin Rosa Herzog (Stefanie Reinsperger), die vorerst die Kommissariatsleitung übernommen hat, weiß nichts von seiner Spielsucht, gibt Pawlak aber aus alter Freundschaft Rückendeckung. Schließlich ist er verzweifelt, der Sorgerechtsstreit um seine Tochter ist frustrierend und wird immer aussichtsloser. Der Mord an einem Wettbüromitarbeiter bringt den angeschlagenen Kommissar zusätzlich in die Zwickmühle.
Drehbuchautor Jürgen Werner strickt zum Abschied einen packenden Fall, in dem es nicht nur ein Wiedersehen mit Kommissar Fabers (Jörg Hartmann) Erzrivalen Tarim Abakay (Adrian Can) gibt. Auch der verhasste Kriminaltechniker Sebastian Haller (Tilmann Strauß), der einst die Kollegin Bönisch (Anna Schudt) stalkte, taucht wieder auf.
Unter der Regie von Sebastian Ko werden in diesem Dortmund-Krimi ein paar offene Rechnungen beglichen, Freundschaften neu definiert und die Weichen für die Zukunft gestellt.
„Anders als der Eigenbrötler Pawlak war Rick Okon immer ein Teamplayer. Er hat das Ensemble um jugendlichen Elan bereichert, war immer loyal und aufgeschlossen für neue Ideen. Ein großartiger Partner“, bedankt sich WDR-Redakteur Frank Tönsmann bei Okon. „Gerne hätten wir noch die ein oder andere Geschichte mit Jan Pawlak erzählt. Wir werden ihn nicht ersetzen können – und das wollen wir auch nicht. Rick wünsche ich für die Zukunft nur das Allerbeste.“