Die Drachen fliegen wieder

von Redaktion

Heute startet bei Sky und Wow Staffel zwei der Serie „House of the Dragon“

Würde man gern auf großer Leinwand sehen: Die Serie mit Matt Smith in der Rolle des intriganten Deamon ist wieder glänzend animiert. © Theo Whiteman/Warner

Mit „Game of Thrones“ war das so eine Sache. Die Serie beim Bügeln anschauen? Schlechte Idee. Kaum hat man zu lange auf den Blusenkragen geguckt, ist beim Blick zurück zum Fernseher schon wieder eine zentrale Figur abgemurkst. Wem die preisgekrönte Serie mit all den Königshäusern und Verwicklungen zu komplex war, wer aber Spaß an exzellenter Fantasy auf technisch und schauspielerisch höchstem Niveau hat, der greife zum 2022 erschienenen Prequel, der Vorgeschichte von „Game of Thrones“ also. Die Serie „House of the Dragon“ erzählt von Aufstieg und Fall des mächtigen Hauses Targaryen in Westeros 200 Jahre vor den Erzählungen aus „Game of Thrones“.

Staffel eins gewann dafür zu Recht einen Golden Globe als beste Dramaserie, Emma D’Arcy die Auszeichnung für die beste Serien-Hauptdarstellerin. Auch das verdient: Die Britin versteht es, als Königstochter Rhaenyra kaltblütig so manche Intrige zu spinnen. Am Ende von Staffel eins sieht man ihr schmerz- und wutverzerrtes Gesicht. Sie hat gerade erfahren, dass ihr Sohn Lucerys im Drachenkampf getötet worden ist. Schuld ist Aemond, der Sohn ihrer einstigen Freundin und heutigen Widersacherin Alicent Hohenturm (Olivia Cooke). Rund zwei Jahre haben die Fans darauf hingefiebert zu erfahren, wie sich Rhaenyra rächen wird. Jetzt hat das Warten ein Ende: Heute startet Staffel zwei von „House of the Dragon“ bei Sky und dem Streamingdienst Wow.

Je eine der acht neuen Episoden wird wöchentlich zum Abruf bereitgestellt, wahlweise auf Deutsch oder im Original mit englischen oder deutschen Untertiteln. Vier Folgen wurden der Presse bereits vorab zur Verfügung gestellt. Nach der Sichtung kann man sagen: Das mit dem Bügeln nebenher vergessen wir jetzt auch hier lieber.

Westeros steht am Rande eines blutigen Bürgerkriegs, in dem der Grüne und der Schwarze Rat um König Aegon (Tom Glynn-Carney) beziehungsweise Königin Rhaenyra kämpfen. Aegon ist ein machthungriges Bürschchen, dabei in Sachen Strategie und Diplomatie mit Überheblichkeit statt Talent gesegnet. Tom Glynn-Carney überzeugt in der Rolle dieses unsympathischen Sohns der Königswitwe Alicent Hohenturm (Olivia Cooke), mit einem psychologisch fein austarierten Spiel: Sein Aegon ist ein von den königlichen Pflichten überfordertes großes Kind, dem Liebe fehlt – und der deshalb Hass sät.

Spektakulär sind einmal mehr Ausstattung und visuelle Effekte. Die Flüge der mächtigen Drachen würde man gern auf großer Leinwand sehen. Das glänzende Ensemble um Stars wie Matt Smith macht großen Spaß. Und Smith beweist erneut seine Wandlungsfähigkeit: In „The Crown“ spielte er Prinz Philip, in „House of the Dragon“ darf er sich wieder mit sichtlichem Vergnügen in den berechnenden Einzelgänger Daemon Targaryen verwandeln. Acht Folgen à rund 60 Minuten – vergehen wie im Drachenflug. K. KRAFT

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