Schauspieler James Earl Jones lieh dem Bösewicht der Sternen-Saga seine unverwechselbare Stimme. © Jemal Countess/afp
„Star Wars“-Schurke Darth Vader. © Frederic J. Brown/afp
Dem „Star Wars“-Schurken Darth Vader lieh er seine tiefe Stimme und wurde dadurch weltberühmt. Der ikonische Satz „I am your father“ („Ich bin dein Vater“), aber auch die bedrohlichen Atemröchler manifestierten sich bei Millionen Menschen im akustischen Gedächtnis. Nun müssen Hollywood und unzählige Fans von James Earl Jones Abschied nehmen. Der legendäre Schauspieler starb in seinem Haus im Bezirk Dutchess County (US-Bundesstaat New York), wie sein Management jetzt mitteilte. Er wurde 93 Jahre alt.
Als Charakterdarsteller wirkte er in so unterschiedlichen Filmen wie „Jagd auf Roter Oktober“, „Feld der Träume“, „Der Prinz aus Zamunda“ und „Das Kartell“ mit. Aber auch als Bühnenstar wurde James Earl Jones von Publikum und Kritik verehrt. Jones, der als Kind jahrelang stotterte, gab später an, er habe durch das Aufsagen von Gedichten und die Schauspielerei seine Sprachstörung überwunden. Ab 1964 stand er vor der Kamera. Sein Filmdebüt gab Jones mit Stanley Kubricks „Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben“. Für seine Rolle als schwarzer Boxer Jack Jefferson in „Die große weiße Hoffnung“ (1970) wurde er für einen Oscar nominiert.
Regisseur George Lucas heuerte ihn für die Vertonung des Superschurken Darth Vader in „Star Wars“ an, der von Schauspieler David Prowse gespielt wurde. Dabei hatten Lucas und Jones erst unterschiedliche Vorstellungen: „Ich wollte Darth Vader interessanter, subtiler und psychologisch orientierter machen“, erinnerte sich Jones später in einem Interview des American Film Institute. „Er (Lucas) sagte: „Nein, nein, du musst seine Stimme auf einem sehr schmalen Tonband halten, denn er ist kein Mensch.““
Innerhalb weniger Stunden habe er Darth Vader vertont, 7000 Euro für den ersten Film bekommen und das für einen guten Lohn gehalten. Nachdem der Film 1977 in die Kinos kam, kannte alle Welt Jones. Mark Hamill, der in der Sternenkrieger-Saga Darth Vaders Sohn Luke Skywalker spielte, nahm auf der Plattform X Abschied von seinem langjährigen Co-Star: „Ruhe in Frieden, Vater“, schrieb Hamill – mit einem gebrochenen Herzen als Emoji.
Auch andere Hollywood-Kollegen bekundeten ihre Trauer. Das Wort „legendär“ beschreibe „nicht einmal ansatzweise seine ikonischen Rollen und seinen Einfluss auf das Kino“, schrieb Oscar-Preisträgerin Octavia Spencer auf Instagram. Jones‘ Stimme und sein Talent würden immer in Erinnerung bleiben. „Rustin“-Star Colman Domingo dankte Jones als Meister der Schauspielkunst „für alles“. „Wir stehen auf deinen Schultern“, schrieb Domingo auf X.
Als Theater-Schauspieler gewann Jones zwei Tony-Trophäen. Er wirkte in mehreren Shakespeare-Stücken mit, aber auch in Tennessee Williams‘ „Die Katze auf dem heißen Blechdach“ und am New Yorker Broadway in „Driving Miss Daisy“ zusammen mit Vanessa Redgrave. Zudem wurde er für Fernsehrollen mit zwei Emmys und als Sprecher mit einem Grammy ausgezeichnet. 2011 verlieh ihm die Oscar-Akademie für seine außerordentlichen Verdienste um den Film einen Ehren-Oscar.
BARBARA MUNKER