Lizzy Aumeier glänzte auf der Bühne. © Georg Wendt/dpa
Virtuos am Kontrabass: Elisabeth Aumeier war eine begnadete Musikerin. © Sabine Hermsdorf-Hiss
Sie konnte herb und derb sein, witzig und spritzig. Eine Frau mit Selbstironie und starker Haltung. Der unerwartete Tod der bayerischen Musik-Kabarettistin Elisabeth „Lizzy“ Aumeier erschüttert Familie, Freunde und Fans. Nach Angaben ihres Bruders Peter Aumeier starb sie am Donnerstagabend „nach langer schwerer Krankheit und einem kurzen Krankenhausaufenthalt unerwartet im Klinikum Nord in Nürnberg“. Sie wurde 60 Jahre alt.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) würdigte Aumeier als „Oberpfälzer Original mit großem Können und einem großen Herzen“. „Ob Musik, Kabarett oder Komödie – sie konnte einfach alles. Das machte sie bayernweit gleichermaßen bekannt und beliebt“, so Söder. Auch er persönlich habe sie gut gekannt und geschätzt. „Bayern wird ihr ein ehrendes Andenken bewahren.“
Aumeier wurde 1964 in Neumarkt in der Oberpfalz geboren. Während ihres Studiums am Meistersingerkonservatorium in Nürnberg erhielt sie ein Stipendium des Bayerischen Rundfunks. Dort war sie auch immer wieder zu Gast. Beispielsweise hatte sie eine Gastrolle in der Serie „Dahoam ist Dahoam“ und trat auch immer wieder in verschiedenen Sendungen von ARD, ZDF und 3sat auf.
Erst 2023 war die Künstlerin mit dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet worden. Und verdient hatte sie ihn sich tatsächlich: mit ihrem Talent als Kontrabassistin, ihrem sozialen Engagement und ihrem unverwechselbaren Humor, in dem sie sich und ihre Leibesfülle gern auf die Schippe nahm. „Ich hab nie gedacht, dass ich mal um sieben aufstehe und joggen gehe – und ich habe Recht behalten“, scherzte sie im Interview. Doch hinter der lustigen Fassade wohnte ein bisweilen zutiefst trauriger Mensch. In einem „Lebenslinien“-Porträt des BR Fernsehen sprach Aumeier offen über ihre Depressionen: „Sie nimmt dir deine Würde, deine Kreativität, deine Aktivität. Es bleibt nichts außer einem luftleeren Raum, in dem es keine Hoffnung gibt.“
Trotzdem stemmte sie sich wacker gegen ihre Dämonen, schrieb an neuen Bühnenprogrammen, „weil sie die aktuelle Lage umtreibe“, wie sie in der BR-Abendschau im Juni dieses Jahres verriet. Zur aktuellen Lage gehörte auch das Erstarken der AfD, gegen die sie gern auf der Bühne wetterte, und dafür Morddrohungen in Kauf nahm.
Peter Aumeier nannte seine Schwester „eine begnadete Musikerin und Kabarettistin mit viel Herz und großem sozialen Engagement“ und fügte – auch im Namen seiner Mutter Gertraud, seiner Schwester Susanne und Lizzy Aumeiers Ehemann Andreas Stock hinzu: „Wir vermissen Lizzy unendlich.“
AKI/DPA