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von Redaktion

Neues Frankfurter „Tatort“-Team stellte sich vor – Todesfall überschattet Dreharbeiten

Theater- und Fernsehstar: Hans Diehl (1940–2024). © dpa

„Deswegen würde ich sagen, wir bilden die Realität ab“: Melika Foroutan und Edin Hasanovic verkörpern die neuen Frankfurter Ermittler Maryam Azadi und Hamza Kulina. © Boris Roessler/dpa

Im neuen Frankfurter „Tatort“ sollen Melika Foroutan und Edin Hasanovic als Ermittlerteam einen Gegenentwurf zu den vielfach zerstrittenen anderen Kommissaren der Sendereihe darstellen. In den Mittelpunkt werde die akribische Polizeiarbeit bei der Aufklärung von ungelösten Altfällen gerückt, teilten der Hessische Rundfunk (HR) und die Produktionsfirma am Montag bei der Vorstellung der neuen Kommissare mit. Private Probleme der Ermittler oder interne Reibereien würden nicht gezeigt. „Jetzt haben wir das sympathischste ‚Tatort‘-Team, das man sich vorstellen kann“, sagte Filmproduzent Jochen Laube. An den genervten Kommissaren habe er sich ein wenig sattgesehen.

Auch auf spektakuläre Experimente bei den Episoden – wie beispielsweise beim von Ulrich Tukur gespielten Felix Murot im benachbarten Wiesbaden – will der HR verzichten. Die beiden ersten Fälle der neuen Kommissare, die in der Reihe die selbst gewählten Namen Maryam Azadi und Hamza Kulina tragen werden, sollen in relativ kurzem Abstand im Herbst kommenden Jahres ausgestrahlt werden. Regisseur Stefan Schaller kündigte an, der Debüt-„Tatort“ des neuen Teams beruhe auf wahren Begebenheiten und berühre die Grenze zum Filmgenre „True Crime“. Es handele sich aber auch um einen kritischen Blick auf die zunehmend populäre Inszenierung echter Mordfälle in den Medien. Ziel sei daher keineswegs, einem Serientäter erneut eine Bühne zu bieten, sondern Opfer und Angehörige in den Mittelpunkt zu stellen.

Die in der iranischen Hauptstadt Teheran geborene Hauptdarstellerin Foroutan („Die Kaiserin“) sagte, der Migrationshintergrund der beiden Kommissare werde beim neuen Frankfurter „Tatort“ zwar eine Rolle spielen, sei aber nicht von zentraler Bedeutung. Frankfurt sei eine sehr internationale Stadt: „Deswegen würde ich sagen, wir bilden die Realität ab.“ Die Dreharbeiten in Frankfurt und Umgebung laufen noch bis diesen Mittwoch. Die erste Folge trägt den Arbeitstitel „Dunkelheit“.

Foroutan und der aus Bosnien-Herzegowina stammende Hasanovic („Im Westen nichts Neues“) treten die Nachfolge von Wolfram Koch und Margarita Broich an, die seit 2015 in Frankfurt in insgesamt 19 Episoden als Kommissare Paul Brix und Anna Janneke im Dienst waren. Am Schluss der letzten Folge mit dem Titel „Es grünt so grün, wenn Frankfurt‘s Berge blühen“, waren die Ermittler Opfer einer Autobombe geworden.
ROG/EPD

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