Aus der Hamas-Hölle auf die ESC-Bühne

von Redaktion

Terror-Überlebende Yuval Raphael vertritt Israel beim diesjährigen Eurovision Song Contest

Den Anschlag überlebt: Yuval Raphael spricht während einer Kundgebung in Zürich zum Gedenken an die Opfer. © dpa

Setzte sich im Vorentscheid durch: „All den Engeln“, die bei dem Musik-Festival ermordet worden waren, widmete Yuval Raphael ihre Version von Abbas „Dancing Queen“. © Instagram

Es ist die Sensation dieses Eurovision Song Contests (ESC) in der Schweiz: Eine Überlebende des Angriffs der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas auf das Supernova Musik-Festival in Israel am 7. Oktober 2023 wird Israel in der Schweiz vertreten. Die 24-jährige Yuval Raphael setzte sich am Mittwoch bei einer Reality-TV-Sendung gegen Mitbewerber durch. Raphael hatte den Angriff der Hamas überlebt, weil sie sich stundenlang unter einem Berg von Leichen versteckt hatte.

Als bewaffnete Kämpfer der radikalislamischen Hamas an jenem grauenhaften Herbsttag Israel überfielen, griffen sie auch die etwa 3000 Besucher des Supernova Musik-Festivals in der Nähe des Kibbuz Reim im Süden Israels an und richteten unter ihnen ein Blutbad an. Die Angreifer töteten israelischen Angaben zufolge mindestens 370 Menschen auf dem Festivalgelände, 44 weitere wurden als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt.

Raphael hatte im April 2024 vor dem Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen von ihren Erlebnissen berichtet. Sie habe mit anderen Besuchern des Festivals Schutz vor Raketen in einem kleinen Bunker gesucht, der jedoch bald von Hamas-Kämpfern entdeckt worden sei. „Ich habe unaussprechliche Schrecken erlebt“, sagte Raphael und fügte hinzu: „Freunde und Fremde wurden vor meinen Augen verletzt und getötet.“

Mit einigen anderen habe sie sich unter den Körpern der Getöteten versteckt, die auf sie gefallen waren. Nur so, sagte Raphael, habe sie „diesen Albtraum überleben können“. Von über 40 Menschen hätten nur elf den Bunker lebend verlassen. Die körperlichen Wunden werden heilen, erklärte Raphael, „aber die seelischen Narben werden für immer bleiben“.

Was ihr jetzt widerfährt, wirkt da wie ein Traum – aus der Hamas-Hölle auf die ESC-Bühne. Raphael gewann am Mittwoch die Reality-TV-Sendung „Der nächste Star“ und wird damit Israel im Mai in Basel vertreten. In der Qualifikationsrunde der Sendung sang sie eine Balladenversion von Abbas „Dancing Queen“ und widmete ihren Auftritt „all den Engeln“, die bei dem Musik-Festival ermordet worden waren.

Während des ESC im vergangenen Jahr in Schweden wurde die Teilnahme der israelischen Sängerin Eden Golan von heftigen Protestaktionen begleitet. Israel hatte nach dem Angriff der Hamas, bei dem insgesamt etwa 1210 Menschen getötet wurden, einen groß angelegten Militäreinsatz im Gazastreifen gestartet. Dabei sind Hamas-Angaben zufolge bisher mehr als 47 200 Menschen getötet worden.

Wie berichtet, wird die einstige „Wetten, dass…?“-Moderatorin Michelle Hunziker mit zwei Kolleginnen durch das Finale des Eurovision Song Contest im Mai in Basel führen. Zusammen mit ihr moderieren die Kabarettistin Hazel Brugger und die Sängerin Sandra Studer, wie der Schweizer Sender SRF vor Kurzem in Basel bekannt gab.
AFP, LÖ

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