Ermittler-Trio: Marie (Salka Weber, li.), Birgit (Veronica Ferres) und Jonas (Tim Oliver Schultz).
„Sie ist furchtlos, frech und kann sehr witzig sein.“ So beschreibt Veronica Ferres ihre Figur, die Polizistin Birgit Reincke. Heute läuft der erste Film mit ihr. © Walter Wehner/RTL (3)
Es beginnt mit einer stürmischen Nacht. Die neue RTL-Reihe „Alpentod“ startet damit, dass ein Mensch in einem weiten Regencape einen kleinen Jungen von einem bayerischen Kinderheim zu einem Geländewagen bringt – ganz offensichtlich eine Entführung. Eine Erzieherin erwacht und versucht schreiend, das Kidnapping zu stoppen. Noch während sie die Person mit der Pistole erkennt, wird die Betreuerin in der Dunkelheit niedergeschossen. „Alte Wunden“ ist der Auftakt zum neuen Dienstagskrimi und läuft heute um 20.15 Uhr bei RTL.
Veronica Ferres („Die Frau vom Checkpoint Charlie“) steht gemeinsam mit Salka Weber („Oh Hell“) und Tim Oliver Schultz („Club der roten Bänder“) im Mittelpunkt der „Alpentod“-Reihe, die den Untertitel „Ein Bergland-Krimi“ trägt. Die drei spielen Kommissarin Birgit Reincke (Ferres), Dr. Marie Sonnleitner, eine forensische Archäologin der Uni Salzburg, sowie Kripo-Neuling Jonas Becker.
Am Morgen nach dem Vorfall macht kaum jemand Aufhebens darum, dass die Frau und der Junge wie vom Erdboden verschwunden sind. Nur Becker nimmt die Fährte auf, er war in Kindertagen selbst Jahre in dem Heim. Bei seinem dienstlichen Besuch in der Einrichtung reagiert man dort merkwürdig. Ein Junge fragt den Ermittler mit Blick auf den verschwundenen elfjährigen Leon trocken: „Ist er tot?“ Das Heimkind spricht von einem Kapuzenmann. „Nachts kommt er manchmal und schnappt sich welche von uns, sperrt sie in seinen Wagen. Und dann – krrrk.“ Dazu macht der Junge eine eindeutige Geste. Der Heimleiter spricht hingegen abfällig von „Fantasiegeschichten“ des Jungen.
Doch dann erfährt Jonas Becker, dass in dem Heim nahe der österreichischen Grenze vor fünf Jahren schon einmal ein Kind verschwunden ist. Damals war die achtjährige Jennifer plötzlich wie vom Erdboden verschluckt. „Wir haben alles Menschenmögliche getan. Irgendwann kam der Punkt, da mussten wir die Ermittlungen einfach einstellen“, so ein ranghoher Polizist.
Kommissarin Birgit Reincke war damals die leitende Ermittlerin: „Ich arbeite nicht mehr für die Kripo“, bügelt die resolute Ermittlerin von Anfang 50 den Jungspund zunächst eiskalt ab. Nach der Einstellung des Falls im Kinderheim hat sie sich enttäuscht in Archivjobs zurückgezogen. Natürlich raufen sich beide zusammen und bilden mit Forensik-Expertin Marie Sonnleitner ein Team.
„Eine Frau mit Ecken und Kanten darstellen zu dürfen, ist einfach eine großartige Herausforderung, die mir sehr viel Spaß gemacht hat“, sagt Ferres über ihre neue Rolle. „Birgit Reincke ist Polizistin durch und durch. Sie ist furchtlos, frech und kann sehr witzig sein.“ Der Krimi-Dienstag bei RTL sei außerdem ein guter Sendeplatz, so die 59-Jährige. „Dort eine Reihe zu haben, ist einfach toll.“ Und weiter: „Die beiden Frauen machen es Jonas nicht leicht. Sie halten immer zusammen. Was zu sehr witzigen Momenten führt.“ Auf die Frage, was denn die größte Herausforderung bei den Dreharbeiten im deutsch-österreichischen Grenzgebiet gewesen sei, antwortet der Star: „Im Hochsommer haben wir angefangen, in ärmellosen T-Shirts zu drehen, und dann ging es in den eiskalten und nasskalten Herbst. In manchen Szenen trage ich einen Taucheranzug unter meinem Kostüm. Ihr könnt ja mal raten, in welchem.“
Übrigens: Einmal ist Veronica Ferres auch als ARD-„Tatort“-Kommissarin im Gespräch gewesen – hat das Angebot aber ablehnen müssen. „Es ist daran gescheitert, dass ich bereits fest gebucht war für eine Theaterrolle und auch noch Verpflichtungen im Fernsehen hatte.“
CHRISTOF BOCK
„Alpentod“
läuft heute um 20.15 Uhr bei RTL.