Der Sonntagabend wird sexy

von Redaktion

Das ZDF-„Herzkino“ setzt auf Erotik – drei Millionen Abrufe in der Mediathek

Hedi von Carlsberg (Leslie Malton) gibt Patrick (Franz Dinda) einen Hinweis, wo er seine Frau finden könnte. © ZDF

Am Strand von Sylt erleben Nina (Cornelia Gröschel) und Daniel (Artjom Gilz) unbeschwerte Tage. © Andrea Hansen

Die reine Begierde: Polizistin Nina (Cornelia Gröschel) fühlt sich von Daniel (Artjom Gilz) magisch angezogen. © Andrea Hansen

Seit Jahrzehnten sendet das ZDF in der „Herzkino“-Reihe brave Romanzen. Doch bald gibt es zur besten Sendezeit Sex unter der Dusche zu sehen. Das Zweite traut sich was – und sammelt damit jetzt schon Millionen Klicks. Das prickelnde Erotikdrama „Verhängnisvolle Leidenschaft Sylt“ mit „Tatort“-Star Cornelia Gröschel und Artjom Gilz („Charité“) in den Hauptrollen steht schon seit etwa einem Monat vorab in der Mediathek bereit und wurde in den ersten 30 Tagen drei Millionen Mal abgerufen, wie das ZDF mitteilte.

„Das ist ein überragender Erfolg und zeigt bereits vor der linearen Ausstrahlung, wie groß das Interesse des Publikums an unserer neuen ,Herzkino‘-Farbe ist“, teilte ZDF-Koordinatorin Katharina Görtz mit. Der Romantikfilm, in dem die 37-jährige Cornelia Gröschel und der gleichaltrige Artjom Gilz in durchaus heißen Szenen zu sehen sind, läuft am 13. April um 20.15 Uhr im ZDF.

In dem Film reist die Polizistin Nina (Gröschel) nach einem turbulenten Jahr für eine Auszeit nach Sylt. Dort trifft sie auf Daniel (Gilz), der bei ihr eine bisher unbekannte Begierde weckt. Ihren daheimgebliebenen Ehemann Patrick (Franz Dinda) und andere Verpflichtungen blendet Nina immer mehr aus. Zu fesselnd ist die Anziehung, die sie Daniel gegenüber empfindet. „Zum ersten Mal seit Jahren fühlt sie sich wieder frei und selbstbestimmt. Bis Patrick auftaucht“, verrät das ZDF vorab.

Die Dreharbeiten begleitete eine sogenannte Intimitätskoordinatorin. „Als Folge und dank der #metoo-Debatte ist bei erotischen Szenen an den Filmsets heutzutage Intimitätskoordination selbstverständlich“, sagte Gröschel dem ZDF. „Ohne unsere Koordinatorin wäre ich auch nicht zu einem solchen Dreh bereit gewesen. Als Schauspielerin gebe ich immer auch bis zu einem gewissen Grad Persönliches vor der Kamera preis, und in erotischen Szenen lasse ich außerdem zu, dass ein anderer Mensch meinen Körper berühren darf. Mir war von Anfang an wichtig, dass es dafür einen Rahmen gibt, der besprochen und geplant ist.“

Die „Herzkino“-Reihe im Zweiten präsentiert seit mehr als 15 Jahren sonntags um 20.15 Uhr Liebesfilme – viele davon aus der Feder von Rosamunde Pilcher, Inga Lindström oder Katie Fforde. „Verhängnisvolle Leidenschaft Sylt“ ist nicht das erste erotische „Herzkino“-Experiment. Bereits bei einem Inga-Lindström-Film im Oktober 2023 hatten die Macher die Grenzen des Formats etwas ausgelotet und eine minutenlange lesbische Bettszene gezeigt. Der Erfolg gab ihnen Recht: Fast fünf Millionen Menschen machten das Romantikdrama „Einfach nur Liebe“ damals zum Quotensieger des Abends.
CARLA BENKÖ

Artikel 2 von 4